Fünf Fragen, fünf Antworten

Fachkarriere in der IT

ist freie Wirtschaftsjournalistin in London.
Nicht jeder kann Chef werden. Fachspezialisten können auch abseits der Linie Karriere machen.

Was erwarten Firmen von ambitionierten Fachkräften?

Viel. Zunächst einmal müssen sie auf ihrem Gebiet echte Profis sein, denen niemand etwas vormachen kann. Das bedeutet auch, dass sie fachlich mehr können schließt ein, dass Fachkräfte in wechselnden Teams arbeiten müssen. Firmen wollen ihre Spezialisten flexibel einsetzen können.

Haben begabte Einzelgänger Chancen?

Nein. Wer sich einschließt, wird keine Karriere machen - egal welche. Man muss kein Alphatier sein, wenn man als Spezialist aufsteigen will, aber ein gewisses Händchen im Umgang mit Menschen gehört zum Jobprofil. Viele Spezialisten müssen mit Lieferanten oder anderen Geschäftspartnern verhandeln. Sie müssen Kunden oder Kollegen komplizierte Sachverhalte erklären oder auch andere Teammitglieder für eine Aufgabe gewinnen. Fachidioten werden da überfordert sein.

Wodurch kann man seinen Arbeitgeber auf sich aufmerksam machen?

Fachlich sollte man stets auf dem neuesten Stand sein. Das ist aber nicht allein durch den Besuch von Weiterbildungskursen zu erreichen, sondern auch indem man intern verschiedene Aufgaben übernimmt. Wer als Spezialist schon in wechselnden Abteilungen gearbeitet hat, erhöht seine Einsatzflexibilität enorm. Wichtig ist auch räumliche Mobilität. Wenn die Firma beispielsweise einen Topspezialisten in Slowenien sucht, sollte man nicht zurückzucken, sondern die Chance zur Profilierung ergreifen.

Überhaupt ist auch für Fachkräfte das Selbst-Marketing keine Nebensache. Schließlich muss die gute Arbeit, die man leistet, auch wahrgenommen werden.

Was hält die Karrierehierarchie für Fachkräfte bereit?

Idealerweise dieselben Statussymbole wie für Kollegen der Führungslaufbahn: höhere Gehälter, Dienstwagen, eine betriebliche Altersvorsorge und Ähnliches. Fachkräfte sollten darauf achten, sich mit den Kollegen der Manager-Laufbahn gleichstellen zu lassen. Wenn also der Abteilungsleiter eine bestimmte Limousine als Firmenwagen fahren darf, sollte das einer Fachkraft auf der entsprechenden Ebene ebenfalls offenstehen. Dafür muss man häufig noch kämpfen.

Wie weit kann man es mit einer Fachkarriere bringen?

Ein Topspezialist, der alle Voraussetzungen mitbringt, kann es bis zur Geschäftsleitungsebene schaffen. Das ist allerdings noch die absolute Ausnahme.

Einen ausführlichen Artikel zum Thema "Karriere ohne Personalverantwortung" lesen sie hier.