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Heftig

Facebook will "Click-Baiting" abstrafen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Facebook hat gestern zwei interessante und wichtige Änderungen am Algorithmus für seinen News Feed angekündigt.

Die erste betrifft Neuigkeiten mit sogenannten Click-Baiting-Überschriften. Die sind reißerisch formuliert und sollen den Leser zum Weiterklicken bewegen, ohne dass er viel darüber erfährt, was ihn anschließend erwartet. "Perfektioniert" haben das Webseiten wie in den USA Buzzfeed (das demnächst auch in Deutschland startet) oder hierzulande "heftig.co". Solche Posts mit tendenziell vielen Klicks wurden von Facebook bislang dann auch mehr Nutzern und prominenter angezeigt.

Solches Click-Baiting will Facebook nicht länger goutieren.
Solches Click-Baiting will Facebook nicht länger goutieren.
Foto: Facebook

Bei einer Befragung seiner Nutzer hat Facebook nach eigenen Angaben nun aber festgestellt, dass die überwiegende Mehrheit (80 Prozent) Headlines bevorzugt, die dabei helfen zu entscheiden, ob man den vollen Artikel lesen möchte oder nicht. Andersherum klagen viele Nutzer darüber, dass ihr News Feed in Neuigkeiten mit "Click-Bait"-Überschriften ertrinkt und Inhalte von "Freunden" und Seiten untergehen, die sie wirklich interessieren.

Facebook will deswegen zukünftig "Click-Baiting" nicht mehr belohnen. Wie sehr eine Überschrift um Klicks bettelt, will das Soziale Netzwerk unter anderem daraus ersehen, wie schnell ein Nutzer nach dem Klick auf den Verweis wieder zu Facebook zurückkehrt und wie viele Nutzer den besuchten externen Inhalt anschließend diskutieren oder teilen. Anbieter, die viele solche Links verbreiteten, könnten ihre Verbreitung bei Facebook in den nächsten paar Monaten schwinden sehen, schreibt Facebook in seinem virtuellen Newsroom.

So sieht ein schöner Links aus, findet Facebook. So und nicht anders.
So sieht ein schöner Links aus, findet Facebook. So und nicht anders.
Foto: Facebook

Eine weitere Änderung betrifft das Teilen von Hyperlinks. Hier möchte Facebook am liebsten nur noch Beiträge in seinem präferierten Format sehen - dieses zeigt ein Bild (sofern verfügbar) und einigen Text-Kontext und wird automatisch erzeugt, wenn der Nutzer einen URL in seinen Entwurf einfügt. Links, die in Bildüberschriften oder Statusmeldungen geteilt werden, bekommen bei Facebook künftig eine niedrigere Priorität.