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Reaktion auf OpenSocial

Facebook-Plattform soll Open Source werden

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Das populäre Social Network Facebook will dem Vernehmen nach in Bälde seine Softwareplattform in ein Open-Source-Projekt überführen.

Das berichtet das für gewöhnlich gut informierte Blog "Techcrunch" unter Berufung auf mehrere Quellen. Die offizielle Ankündigung der Quellöffnung könnte demnach bereits in dieser Woche erfolgen. Damit könnte dann jedes x-beliebige soziale Netzwerk plattformkompatibel zu Facebook werden - was Facebooks Programmierschnittstellen noch populärer machen könnte.

Bebo beispielsweise hat die Facebook-Plattform für seinen Dienst bereits in Lizenz genommen. Mit der Open-Source-Legung wäre so etwas zukünftig überflüssig. Andere Social Networks müssten "schlicht" ihre APIs (Programmierschnittstellen) auf Facebooks Plattform abbilden und loslegen. Laut Techcrunch steht zu erwarten, dass die vier wichtigsten Komponenten der Plattform Open Source werden: FMBL (Markup-Sprache), FQL (Abfragesprache), FJS (JavaScript-Bibliothek) sowie die Facebook API.

Wenn Facebook so vorgeht wie OpenSocial, dann können Dritte diese Komponenten nach Belieben verändern und auf ihren eigenen Sites einbauen. Wenn Änderungen wiederum offizieller Bestandteil der Plattform werden sollen, muss Facebook dem zustimmen.

Die Öffnung war als Reaktion auf OpenSocial, das unter anderem die Konkurrenten Google, MySpace und Yahoo! unterstützen, nahezu unvermeidlich. OpenSocial ist gleichfalls quelloffen und wird von einer Stiftung verwaltet. Facebook erschien zuletzt (dem ein oder anderen sicher auch wegen der strategischen Beteiligung von Microsoft) zunehmen abgeschottet und wurde regelmäßig von Wettbewerbern ausmanövriert. Jetzt holt die Firma offensichtlich zum Gegenschlag aus. (tc)