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Offener Brief

Facebook plant massive Datenschutz-Änderungen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Es kommt nicht alle Tage vor, dass sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in einem offenen Brief an die Nutzergemeinde wendet.
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg

Gestern hat Zuckerberg das im Firmen-Blog getan - und zwar zum Thema Datenschutz und Privatspäre. Angesichts von mittlerweile 350 Millionen Nutzern des sozialen Netzwerk sei es an der Zeit, neue Konzepte für den Schutz der digitalen Privatsphäre einzuziehen, schreibt Zuckerberg.

Das bisherige Privacy-Modell von Facebook basiere auf "Netzwerken" - Nutzergemeinschaften für eine Schule oder Uni, ein Unternehmen oder eine Region. Das habe so lange gut funktioniert, wie Facebook primär von Studenten genutzt worden sei, für die es durchaus sinnvoll sei, Inhalte mit ihren Kommilitonen zu teilen.

Inzwischen gebe es aber schon regionale Netzwerke für ganze Länder wie zum Beispiel Indien oder China, die zum Teil auf mehrere Millionen Mitglieder angewachsen seien - nicht mehr unbedingt geeignet, um Datenschutz zu regeln, so Zuckerberg weiter.

Daher werde Facebook die regionalen Netzwerke - fast 50 Prozent der 350 Millionen Nutzer sind dort Mitglied - komplett abschaffen und stattdessen ein neues, einfacheres Privacy-Modell einführen. In diesem könne man seine Inhalte wahlweise nur mit seinen Facebook-"Freunden", auch mit Freunden von Freunden oder mit jedermann teilen.

Außerdem können Facebook-Nutzer zukünftig für jeden einzelnen Inhalt, den sie in dem Social Nework erstellen oder hochladen, gesondert festlegen, wer diesen einsehen darf. Die Änderungen sollen in den kommenden Wochen installiert werden.

Facebook rät seinen Nutzern deswegen ausdrücklich, ihre Einstellungen zur Privatsphäre zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Sobald die Änderungen im System eingepflegt sind, werden die Nutzer explizit darauf aufmerksam gemacht und bezüglich der für sie idealen Einstellungen beraten.