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"Spiegel"

Facebook-Manager kritisiert deutsche Datenschützer

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Elliot Schrage, der bei Facebook weltweit für Public Policy zuständig ist, hat im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" das deutsche Datenschutzsystem und seine Protagonisten scharf kritisiert.

Deutschland sei "ein spezieller Fall", es scheine hier "wirklich eine große Nervosität im Umgang mit Daten zu geben", so Schrage, der zum engsten Managementkreis um Mark Zuckerberg gehört. "Das Thema ist auf 16 Bundesländer verteilt, und jedes scheint die Aufgabe anders zu interpretieren." Der Facebook-Manager spiele damit unter anderem auf Vorstöße aus Schleswig-Holstein an, wo der dortige Datenschutzbeauftragte Unternehmen mit Geldbußen belangen will, die den "Gefällt-mir"-Knopf in ihre Web-Seiten einbauen, berichtete "Der Spiegel" vorab aus seiner heute erscheinenden Ausgabe.

"Wir waren offen gestanden enttäuscht, dass wir von der Kritik aus Deutschland über die Zeitung erfahren haben", so Schrage. Mittlerweile rede man miteinander, aber der Schaden für Facebook sei groß. Das Unternehmen wolle transparent für seine Nutzer sein. "Aber es ist nicht unser Ziel, Sonderlösungen für einzelne Bundesländer wie Schleswig-Holstein zu schaffen."