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COO Sheryl Sandberg

"Facebook ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor"

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Facebooks COO Sheryl Sandberg hat mit ihrer Keynote den Burda-Innovationskongress DLD (Digital, Life, Design) in München beendet.
Facebook-COO Sheryl Sandberg bei DLD12
Facebook-COO Sheryl Sandberg bei DLD12
Foto: Hubert Burda Media (CC BY-NC-SA 2.0)

In ihrer Grundsatzrede (bei livestream bereits als VOD abrufbar) postulierte Sandberg zunächst drei "Megatrends", die aus ihrer Sicht das Wachstum von Social Media beflügelt haben und weiter beflügeln werden: Das Streben nach authentischer Identität ("Bei dem was wir online tun, geht es zunehmend darum wer wir sind"), ein Paradigmenwechsel von der "Wisdom of Crowds" hin zur "Wisdom of Friends" sowie die Tatsache, dass mit Social Media jeder Mensch zu seiner eigenen "Sendeanstalt werde" und sich in der Folge die Macht von Institutionen hin zu Individuen verlagere.

Im Anschluss betonte Sandberg vor allem die Bedeutung von Facebook als wirtschaftlicher Stimulus für insbesondere kleine und mittlere Unternehmen. Sie präsentierte dazu unter anderem eine von Deloitte im Auftrag erhobene Studie zum wirtschaftlichen Einfluss von Facebook in Europa vorgestellt, derzufolge Facebook in Europa einen direkten Mehrwert von 15,3 Milliarden Euro schafft und bereits über 230.000 Jobs geschaffen hat. Für Deutschland beläuft sich die Zahl der aufgrund von Facebook neu entstandenen Arbeitsplätze nach Ansicht der Experten auf 36.000, zum Bruttoinlandsprodukt steuere das weltgrößte soziale Netzwerke hierzulande 2,6 Milliarden Euro bei.

"Die Studie zeigt deutlich, dass Facebook viel mehr ist, als nur 'Bilder zu teilen’ und 'mit Freunden in Kontakt zu sein'. Der Erfolg von Social Media bedeutet Wachstum und Arbeitsplätze", so Sandberg bei DLD. Die Ergebnisse der Deloitte-Studie seien eindeutig: Soziale Netzwerke böten besondere Möglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen, die das Rückgrat der europäischen Wirtschaft bilden. Aber nur wenn in die richtige Aus- und Weiterbildung, die notwendigen Technologien und Netzwerke investiert werde, könne Social Media weiterhin Innovationen und Wirtschaftswachstum fördern - das ging klar an die Adresse von Regulierern und Politik.

Auch der Lobbyverband BITKOM, dem Facebook im vergangenen Jahr beigetreten war, bescheinigt dem Netzwerk in einer aktuellen repräsentative Umfrage große Bedeutung für KMU. 38 Prozent der in Social Media aktiven Unternehmen gaben an, dass sie ein "klares Wirtschaftswachstum aufgrund ihrer Facebook-Präsenz" verzeichnen konnten. 69 Prozent erklärten, ihren "Bekanntheitsgrad durch Facebook signifikant gesteigert" zu haben.