Deals, APIs, SSO, Apps

Facebook drängt verstärkt aufs Smartphone

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Das Online-Netzwerk Facebook will sich verstärkt auch auf den Mobiltelefonen seiner 500 Millionen Nutzer etablieren.

Dafür möchte Facebook zunächst die Schnäppchen-Jäger ködern. Gründer Mark Zuckerberg kündigte einen neuen Dienst an, bei dem Firmen Sonderangebote an Facebook-Mitglieder in ihrer Nähe verteilen können. Das Angebot mit dem Namen Facebook Deals startet zunächst allerdings nur in den USA.

Die neue Android-App von Facebook - ab jetzt mit den gleichen Funktionen wie das iPhone-Pendant (Screenshot: Thomas Cloer)
Die neue Android-App von Facebook - ab jetzt mit den gleichen Funktionen wie das iPhone-Pendant (Screenshot: Thomas Cloer)

Mit dem Schnäppchen-Service gibt Facebook seinen Nutzern einen stärkeren Anreiz, das Netzwerk auch unterwegs zu nutzen. Das Angebot läuft über den Dienst Facebook Places, bei dem man sich an seinem aktuellen Ort "anmelden" kann. Schon bisher konnte ein Nutzer seinen Facebook-Freunden zeigen, wo er sich gerade aufhält. Branchen-Experten rechnen damit, dass das Deals-Angebot dem lokalen Dienst einen kräftigen Schub geben wird. Die zunächst mehr als 20 Facebook-Partner überbieten sich zum Start mit Angeboten. So will die Modefirma Gap 10.000 Jeans an die ersten Facebook-Nutzer verschenken, die in ihren US-Läden "einchecken". Bei H&M gibt es 20 Prozent Rabatt.

Zuckerberg dementierte am Mittwoch erneut Spekulationen, dass Facebook ein eigenes Mobiltelefon auf den Markt bringen wolle. Vielmehr bekräftigen die Ankündigungen die Strategie, Facebook auf allen mobilen Plattformen (dazu gehört aus "Zucks" Sicht allerdings nicht das iPad) in eine starke Position zu bringen. Aktuell greifen bereits 200 Millionen Facebook-Mitglieder mobil auf die Plattform zu. Zuckerbergs erklärtes Ziel ist es, mit Facebook alle Lebensbereiche zu vernetzen. Hier gibt es allerdings noch eine Menge zu tun - aktuell werden ortsbezogene Dienste (Location Based Services) gerade mal von einem Prozent der US-Bevölkerung genutzt, wie die "New York Times" unter Berufung auf das Pew Internet & American Life Project berichtet.

Neben Deals stellte Facebook gestern Abend auch eine Reihe neuer Programmierschnittstellen vor. Diese APIs ermöglichen die Nutzung von Facebook für die Anmeldung in Third-Party-Mobilanwendungen (Single Sign-On, kurz SSO) und deutlich erweiterten Zugriff auf die Places-Funktionen.

Außerdem gibt es neue Versionen der Facebook-Apps für iPhone und Android, die jetzt beide Facebook-Gruppen und -Orte unterstützen. Für die bislang eher stiefmütterlich behandelte Android-App (offenbar unter anderem der Tatsache geschuldet, dass Google die ursprünglich mit deren Entwicklung beauftragte Firma zu einem ungünstigen Zeitpunkt aufgekauft hatte) versprach Zuckerberg zukünftig Feature-Parität mit dem iPhone-Pendant.