Outsourcing

Externe Services gefragter denn je

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Nicht nur das klassische Outsourcing, auch neue Bezugsmodelle wie SaaS, Utility-Services und Cloud Computing sind die Gewinner der Krise.

Auch die Outsourcing-Branche ist nicht immun gegen die Auswirkungen der Krise. Durch den Wirtschaftsabschwung profitieren die IT-Dienstleister jedoch davon, dass das Kostenthema die Oberhand über Nutzenabwägungen gewinnt: "Während es für den Großteil der globalen Wirtschaft finster aussieht, zeichnet sich im Outsourcing-Markt eine gegensätzliche Entwicklung ab", beobachtet Allie Young, Vice President bei Gartner.

Auslagerungen die primär auf Kostensenkung abzielen, schmälerten zwar die Umsätze der Serviceanbieter. Gleichzeitig kurbelten sie die Outsourcing-Aktivitäten der Anwender jedoch kräftig an. Das Auslagern ermögliche es den Firmen, "den Kostendruck sofort zu reduzieren und das Ziel eines langfristigen Aufschwungs anzugehen", begründet Young den derzeitigen Boom. Die Voraussetzung für einen dauerhaften Erfolg sei allerdings, sich nicht nur auf die Einsparungen zu fixieren, sondern die gesamte Geschäftsentwicklung im Blick zu behalten.

Laut Gartner hat der globale Wirtschaftsabschwung zur Folge, dass viele Outsourcing-Kunden ihre Verträge neu bewerten, um mehr Effizienz und geringere Kosten herauszuholen. Dies hat Auswirkungen auf die Auswahl der Dienstleister und die Anbieterbindung, die Preise sowie auf die Art und Weise, wie und von wo die externem Services erbracht werden. Aber auch geschäftliche Veränderungen in Folge der Krise können die Outsourcing-Aktivitäten der Anwender beeinflussen. Flexible Verträge, die sich jederzeit wechselnden Anforderungen anpassen lassen, sind vor diesem Hintergrund wichtiger denn je, warnen die Experten.

Für 2009 rechnet Gartner mit einem starken Wettbewerbsdruck im Outsourcing-Markt und hier vor allem im Bereich der standardisierten IT-Services. Im letzten Jahr entfielen 76 Prozent der Vertragsabschlüsse auf neue Deals. Den Rest bildete eine Kombination aus Erweiterungen, Verlängerungen oder Erneuerungen bestehender Verträge. Fast ein Viertel der Deals wurde also mit einem bestehenden Provider fortgesetzt. Angesichts des anhaltenden Trends zum selektiven Outsourcing sind Dienstleister, die für den Kunden als bevorzugter Anbieter gelten, in einer guten Position: "Sie haben die besten Chancen auf eine langfristige Outsourcing-Beziehung, die auch schwere Zeiten übersteht", so Analystin Young.

Auch Outsourcing-Alternativen wie Software as a Service (SaaS), Business Process Utility (BPU), Infrastructure Utility (IU), Management-Services per Fernzugriff und Cloud Computing werden in diesem Jahr laut Gartner an Fahrt aufnehmen. "Die neuen Bezugsmodelle wecken bei den Anwendern Begehrlichkeiten nach immer mehr Optionen und Services, die eine höhere Flexibiliät und Geschwindigkeit sowie geringere Anschaffungskosten versprechen", beobachtet Ben Pring, Research Vice President bei Gartner. In den nächsten fünf bis sieben Jahren würden viele der neuen IT-Servicemodelle, die es derzeit nur bei besonders innovativen Anbietern gibt, zum Mainstream werden. "Vor allem die schlechte Wirtschaftslage heizt das Interesse an", so Pring.