Virtuelle Desktop Infrastruktur

Explosionsartiges Wachstum erwartet

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Anzeige  Der Markt für Virtuelle Desktop-Lösungen wird sich einer Erhebung von ABI Research zufolge in den kommenden fünf Jahren verzehnfachen.
Windows vom iPad aus: Mit Virtual Desktop Infrastruktur kein Problem.
Windows vom iPad aus: Mit Virtual Desktop Infrastruktur kein Problem.
Foto: Apple

Eine Virtual Desktop Infrastruktur (VDI) ist das originalgetreue Abbild eines physischen Desktop-Rechners inklusive Betriebssystem, Anwendungen und Benutzereinstellungen. Statt auf dem Rechner liegen diese virtuellen Abbilder auf dem Server im Rechenzentrum. Der Vorteil: Standardisiert und zentralisiert lassen sich Desktop-Rechner viel leichter und kostengünstiger verwalten. Zudem klären virtuelle Rechner die Frage nach dem Endgerät viel einfacher: Es ist nahezu egal, ob der Anwender mit einem Thin Client, einem Smartphone oder einem Tablet-PC auf "seine" Arbeitsumgebung zugreift: Sie sieht immer gleich aus und bietet immer die gewohnte Funktionalität. Zudem, weil sich Daten und Anwendungen auf dem Server befinden und nicht auf dem Endgerät, sind virtuelle Umgebungen sehr viel sicherer als traditionelle Arbeitsstationen mit eigener Datenhaltung.

Einer Studie von ABI Research zufolge wird sich der weltweite Markt für Virtuelle Desktops von 500 Millionen US-Dollar im Jahr 2009 (rund 355 Millionen Euro) auf fünf Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 verzehnfachen (rund 3,54 Milliarden Euro). Dabei werden Nordamerika und Europa den größten Marktanteil haben, prognostiziert ABI Research.

Die besten Kunden für Desktop-Virtualisierung wird es den Analysten zufolge in großen Unternehmen geben, die sich durch VDI eine signifikante Reduzierung ihrer Support-Kosten für die Arbeitsplatzrechner erhoffen. Auch Firmen, die ihre Daten aus Compliance- oder Sicherheitsgründen lieber im Rechenzentrum sichern möchten, als auf den Desktop-Rechnern, würden VDI in ihrem Betrieb einsetzen, so ABI Research. Für VDI interessieren werden sich auch solche Firmen, die eine Reduktion ihrer Energiekosten anstreben.

Als mögliche Wachstumsbremsen machten die Analysten die Kosten und die Komplexität von VDI-Umgebungen aus. Dazu kommen "andere, reifere und preiswertere Technologien mit derselben Funktionalität", über deren Provinienz sich ABI Research aber ausschweigt. Schließlich trage zur Verzögerung von VDI-Konzepten auch die Neigung von IT-Verantwortlichen bei, mit den Umgebungen zu arbeiten, die sie kennen: Desktop-PCs.

Citrix, Hersteller der VDI-Lösungen XenDesktop und FlexCast, bietet auf seiner Webseite Kalkulationswerkzeuge für VDI-Projekte an.