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Experten warnen vor Wurm-Katastrophen

15.06.2004

Zwei US-amerikanische Forscher haben Überlegungen zum Bedrohungspotenzial von Internet-Würmern angestellt. Ihre Untersuchungen ergaben, dass ein "Worst-Case"-Wurm allein für die US-Wirtschaft einen Gesamtschaden in Höhe von etwa 50 Milliarden Dollar verursachen könnte.

Bei ihren Berechnungen benutzten Nicholas Weaver und Vern Paxson vom International Computer Science Institute (ICSI) eigenen Angaben zufolge ein lineares Schadensmodell, das Produktivitätsverluste, Reparaturzeiten, Datenverluste und die Schäden an Systemen berücksichtigt. Schwer zu schätzende indirekte Schäden, "oftmals maßlos übertriebene" Folgekosten sowie mögliche Auswirkungen auf kritische Infrastrukturen wurden hingegen außen vor gelassen.

Die Forscher halten es für "nicht unplausibel", dass eine einzelne Attacke beispielsweise durch einen Nationalstaat, der über umfassende Ressourcen verfügt, 50 Millionen oder sogar mehr Rechner in amerikanischen Unternehmen beeinträchtigen könnte, was zu direkten Schäden in Höhe von mehreren zehn oder sogar Hunderten Milliarden Dollar führen würde.

Um dies zu erreichen, bedürfe es eines hochentwickelten Wurms, der sich sehr schnell verbreitet und in kürzester Zeit so viele Rechner wie möglich infiziert, bevor er gestoppt werden kann. Dabei könne er Daten löschen, verändern oder unbrauchbar machen, möglicherweise sogar Hardware beschädigen.

Weaver und Paxson räumen in ihrer Untersuchung ein, dass ihre Schätzungen sowohl im Hinblick auf die Ausbreitung eines derart bösartigen Wurms als auch den daraus resultierenden Schaden "notwendigerweise grob" sind. Dennoch glauben sie, dass eine Größenordnung von 50 Milliarden Dollar oder mehr "durchaus möglich" ist. (ave)