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Experten: Trustworthy Computing ist nicht vertrauenswürdig

30.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sicherheitsexperten zweifeln den Nutzen der von Bill Gates eingeleitete Initiative "Trustworthy Computing" an. Unter anderem seien viele Nutzer von Windows XP verärgert darüber, dass Microsoft zunehmend unwichtige Patches über die automatische Updatefunktion des Betriebssystems auf die Festplatte kopiert. Während es zum Beispiel Fehlerbereinigungen für den Betrieb von Spielen gebe, blieben gefährliche Sicherheitslücken weiterhin offen. Die Gates-Company selbst nehme es mit dem Absichern der eigenen Systeme nicht so genau. So seien Server der Microsoft-Dienste Hotmail und Passport zum Beispiel bis heute nicht gegen ein Sicherheitsleck geschützt, für das der Hersteller bereits am 10. April 2002 einen Patch bereitgestellt hat, behauptet der Programmierer Thor Larholm. Larholm zählt auf seiner Internet-Seite Sicherheitslücken in Microsoft-Software auf, für die es bislang angeblich keine Bugfixes gibt. US-Medienberichten zufolge hat Microsoft bestätigt, dass die benannten Server ungesichert betrieben werden.

Belustigt äußern sich die Experten über die im April herausgebrachten Patches, die sicherstellen sollen, dass sich unter Windows XP problemlos Dateien über File-Sharing-Dienste wie Kazaa und Grokster tauschen lassen. Auf der einen Seite investiere Microsoft viel in Kampagnen gegen Softwarepiraterie, auf der anderen Seite unterstütze der Hersteller illegalen Datentausch, indem er den Zugriff auf die Dienste ermögliche. Ein Microsoft-Sprecher meinte dazu, dass man bei der Entwicklung der Bugfixes nicht auf den Zweck der jeweiligen Anwendung achte. (lex)