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Experten kritisieren Microsofts Standardvorstoß für Office 12-Formate

23.11.2005
Die Ankündigung, das Dateiformat "Office Open XML" als Standard durchzusetzen, findet in der Branche ein geteiltes Echo.

"Es ist eine taktische Maßnahme von Microsoft, die seinen proprietären Dokumentenformaten einen Anschein von Offenheit geben soll", kommentierte Ovum-Analyst Gary Barnett. Er bezweifle, dass dabei ein wirklich offener Standard herauskommen werde. Der Softwarekonzern kündigte gestern an, die Spezifikationen für Office Open XML dem Standardisierungsgremium Ecma International vorzulegen (siehe: UPDATE: Microsoft legt Formate für Office 12 offen). Auch eine Zertifizierung durch die International Organization for Standardization (ISO) strebt der Hersteller an. Office Open XML bildet die Grundlage für Microsofts Büropaket Office 12, das Ende nächsten Jahres auf den Markt kommen soll.

Mark Taylor, Chef des Open-Source-Konsortiums, kritisierte den Vorstoß. Nach seiner Einschätzung will Microsoft auf diese Weise "sein Office-Monopol ins XML-Zeitalter ausdehnen". Andere Beobachter können dem Schritt auch Positives abgewinnen. Dass Microsoft durch die aktuellen Diskussionen zu mehr Offenheit gezwungen werde, sei ein gutes Zeichen, erklärte James Governor vom Marktforschungs- und Beratungshaus Redmonk. Allerdings weigere sich der Softwaremulti, das in der Open-Source-Welt verbreitete Open-Document-Format zu unterstützen. Das Bekenntnis zu offenen Standards erscheine deshalb fragwürdig. (wh)