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Experten: CRM ist zur Terrorbekämpfung ungeeignet

01.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bei Experten sind die Ergebnisse eines Treffens, das vergangene Woche zwischen Softwareherstellern und US-Politikern in Washington stattfand, auf herbe Kritik gestoßen. In einer Rede hatte Siebel-Chef Tom Siebel geäußert, dass der Einsatz von CRM-Software (Customer Relationship Management) bei US-Behörden die Terroranschläge verhindert hätte, die am 11. September 2001 in New York und Washington verübt worden waren. (Computerwoche online berichtete).

Dem widersprach nun der Fachautor Robert David Steele, der 25 Jahre lang für verschiedene Geheimdienste tätig war. CRM sei eine schlechte Lösung, um Terroristen aufzuspüren. Vielmehr seien schnelle Peer-to-Peer-Netze (P2P) geeignet, über die ein "Verbund intelligenter Menschen" kommunizieren solle. In vielen Bereichen habe sich gezeigt, dass CRM ein "Disaster" sei, so Steele.

Mit dem Vorschlag, den Informationsfluss zwischen den einzelnen Behörden durch Computersysteme zu beschleunigen, liege Siebel richtig, meint Phil Anderson vom amerikanischen Strategic Issues Research Institute (SIRI). Man müsse jedoch genau prüfen, ob das mit CRM-Systemen zu erreichen ist. Denn oft gäben Beamten Informationen aus falsch verstandener Geheimhaltung nicht weiter. (lex)