Existenzangst befördert Ärger mit Kollegen

11.10.2006
Von Veronika Renkes
Warum die Analyse eigener Verhaltensweisen und Reaktionen ein wichtiger Schlüssel zur Lösung von Konflikten ist, erklärt Wolfgang Strache im CW-Gespräch. Der Diplom-Psychologe arbeitet als Psychotherapeut, Supervisor und Coach in Bonn.

CW: Welches Betriebsklima fördert Ärger mit den Kollegen?

STRACHE: Anhaltender Druck, der zu Stressreaktionen der Beteiligten führt. Ineffiziente und indirekte Kommunikation, die nicht persönlich von A nach B geht. Und: Wenn anstelle konkreter Aufgaben Macht- und Statusfragen im Mittelpunkt stehen. All das führt zu einem Betriebsklima, in dem ständig Spannung, Angst und Stress herrschen.

CW: In welchen Situationen gedeihen Konflikte besonders gut?

STRACHE: Idealen Nährboden bilden drohende Kündigungen. In solchen Situationen konkurrieren die Mitarbeiter um die verbleibenden Arbeitsplätze. Ein Klima der Existenzangst fördert prinzipiell Stress und kann damit auch zu Konflikten führen.

CW: Was kann derjenige tun, der sich in solch einer geladenen Arbeitsatmosphäre bewegt?

STRACHE: Er sollte sich unbedingt genügend Ausgleich verschaffen. Das gelingt über gute und förderliche Kontakte zu Kollegen am Arbeitsplatz. Dazu gehört aber auch, sich genügend Pausen zum Durchamten zu nehmen und Freizeitaktivitäten nachzugehen, über die man wieder Kraft schöpfen kann.

CW: Kann man schon im Vorfeld erkennen, dass ein Kollege einen ins Visier nehmen wird?

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