Funktionsumfang, Testen, Migrieren

Exchange Online - E-Mail-Postfächer auslagern

Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt. Das Blog von Thomas Joos finden Sie unter thomasjoos.wordpress.com.
Zu den bekanntesten Online-Diensten, die Microsoft für Unternehmen anbietet, gehört Exchange Online. Dabei stellt der Software-Anbieter gehostete Exchange-Postfächer zur Verfügung. Mitarbeiter können diese nahezu so nutzen, als stünden sie in der eigenen Infrastruktur.
Alles im Griff: die Webverwaltungsoberfläche von Exchange Online.
Alles im Griff: die Webverwaltungsoberfläche von Exchange Online.

Neben dem Cloud-System Windows Azure bietet Microsoft parallel weitere Online-Dienste an, die Unternehmen buchen können. Einer der bekanntesten in diesem Bereich ist Exchange-Online. Bei dieser Lösung stellt Microsoft gehostete Exchange-Postfächer zur Verfügung. Diese basieren aktuell noch auf Exchange Server 2007. Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern, die ebenfalls Exchange-Postfächer online anbieten, sind Exchange-Online-Postfächer direkt bei Microsoft gehostet.

Zu den weiteren Diensten zählt zum Beispiel SharePoint Online, ein Intranetportal mit Dokumentenverwaltung und Teamarbeit. Office Communications Online ist ein Dienst für Instant Messaging und Office Live Meeting für Webkonferenzen und Online-Schulungen. Alle Dienste lassen sich zudem zusammen nutzen, sodass Anwender, die Exchange Online verwenden, auch über eine einzelne Anmeldung auf die anderen Funktionen zugreifen können.

Funktionsumfang Exchange-Online

Dienstplan: Überblick über die Verwaltungskonsole für Exchange-Online.
Dienstplan: Überblick über die Verwaltungskonsole für Exchange-Online.

Wenn Unternehmen mehrere dieser Postfächer buchen, können die Mitarbeiter miteinander Informationen genauso austauschen wie beim Einsatz einer eigenen Infrastruktur mit Exchange Server 2007. Gemeinsames Adressbuch, Öffentliche Ordner, freigegebene Kalender, Zugriff auf andere Postfächer, Besprechungen, Stellvertretungen, Gemeinsame Kontakte, Aufgaben - alles ist möglich, ohne selbst einen Exchange-Server installieren, betreiben, sichern und verwalten zu müssen.

Die komplette Wartung und Aktualisierung der Server übernimmt dabei Microsoft, die Server stehen in Microsoft-Rechenzentren. Außerdem sichert man beim Softwarekonzern die Daten täglich und scannt E-Mails nach Viren und Spam.

Der Verbindungsaufbau erfolgt entweder über Outlook mit einer HTTP(s)-Verbindung (Outlook Anywhere) oder über Outlook Web Access. Unterstützte Outlook-Versionen sind aktuell Outlook 2003/2007/2010. Im Lieferumfang von Exchange-Online ist keine Outlook-Lizenz enthalten.

Unternehmen können zwar eine Testversion herunterladen, wer aber dauerhaft auf Exchange Online setzt, sollte auch eine aktuelle Outlook-Version lizenzieren. Hier bietet es sich an, gleich Outlook 2010 zu verwenden, da Microsoft sicher bald zu Exchange Server 2010 migrieren wird und Outlook besser mit der neuen Version zusammenarbeitet.

Die Anbindung von mobilen Geräten auf Basis von Windows Mobile ist über Exchange ActiveSync möglich. Neben Windows-Mobile-Geräten unterstützen diesen Standard mittlerweile auch die meisten Geräte von Nokia, ferner Apples iPhones und das iPad. Aktuelle BlackBerry-Geräte können sich mit ActiveSync ebenfalls synchronisieren.

Wenn Sie Exchange Online verwenden und mobile Geräte einsetzen, sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass diese Exchange ActiveSync beherrschen. Bei dieser Technik empfangen mobile Anwender die E-Mails nahezu gleichzeitig mit dem Posteingang auf dem Server per Push und können auf das Adressbuch besser zugreifen. Anwender, die mit Outlook Anywhere über das Internet an Exchange angebunden sind, bemerken keinen Geschwindigkeitsnachteil, da die Daten lokal in einer OST-Datei zwischengespeichert sind. Aus diesem Grund ist auch Offline-Betrieb möglich.

Video: Exchange Server 2010 - Neuerungen (1/8)

Exchange Server 2010 bringt viele Neuerungen im Vergleich zu den Vorgängerversionen mit. Sehen Sie, welche Sie in Ihrer Arbeit unterstützen.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer Schwesterpublikation TecChannel. (ph)