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"Vivaldi"

Ex-Opera-Chef startet neuen Browser

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Einen neuen Browser-Krieg muss man wohl nicht gleich konstatieren, aber nach "Project Spartan" für Windows 10 geht mit "Vivaldi" gleich noch ein neuer Browser ins Rennen um die Gunst von vor allem Power-Surfern.

Hinter Vivaldi und dessen gleichnamiger Anbieterfirma steckt kein Geringerer als der Mitgründer und (bis 2011) langjährige Chef von Opera, Jon von Tetzchner. Und es verwundert angesichts dessen auch wenig, dass Vivaldi mit altbekannten Opera-Features wie Mausgesten und dem "Speed Dial" für die beliebtesten Tabs auf der New-Tab-Seite an den Start geht. Unter der Haube von Vivaldi werkelt so wie inzwischen bei Opera auch die Google-gesponserte Rendering-Engine Chromium, der Browser darum herum wurde mit modernen Web-Technologien wie React, Node.js und einigen Node-Modulen gestrickt.

Vivaldi hat durchaus auch ein paar neue Tricks auf Lager, wie unter anderem "The Next Web" berichtet. So kann der neue Browser verschiedene, thematisch verwandte Tabs zu einem gruppieren, direkt im Browser Screenshots schießen und mit Notizen versehen - und er passt die Farbe seiner Bedienelemente an die auf der gerade besuchten Webseite dominierende Farbe an. Power-User dürften sich außerdem über Features wie "Quick Commands" freuen, mit denen man ähnlich wie bei "Spotlight" in OS X suchen oder Befehle ausführen kann.

Tatsuki, ein Mitgründer von Vivaldi, sieht durchaus noch Bedarf für einen mächtigeren Browser mit mehr Features. Die meisten heute im Markt befindlichen Browser seien mittlerweile eher simpel und unterschieden sich kaum voneinander.

Vivaldi startet zunächst als "Technical Preview" und ist für Windows, Mac und Linux verfügbar. In den kommenden Monaten wollen die Entwickler weitere Features wie Sync, Mail-Unterstützung und Extensions einbauen sowie die Performance optimieren.