Sanierer an Bord

Ex-Gateway-Chef wird CEO von Unisys

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Edward Coleman soll den angeschlagenen IT-Dienstleister und Serverhersteller Unisys wieder auf Kurs bringen.

Der ehemalige Gateway-Chef Edward Coleman soll die Nachfolge von Unisys-CEO (Chief Executive Officer) Joseph McGrath antreten, der zum Jahresende seinen Rücktritt angekündigt hat. Gleichzeitig übernimmt Coleman von Ric Duques den Posten als Non-Executive-Chairman. Coleman gilt als harter Sanierer. Vor allem mit der Restrukturierung des Computerherstellers Gateway, der letztes Jahr an seinen taiwanischen Konkurrenten Acer verkauft wurde, machte er Schlagzeilen. Als neuer CEO und Chairman soll der 57-Jährige jetzt den angeschlagenen Unisys-Konzern wieder auf Vordermann bringen.

Ob Colemann auch Teile von Unisys veräußern wird, ist noch offen. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" erklärte er, er sei geholt worden, weil er den Ruf habe, "dauerhaft für bessere Ergebnisse zu sorgen." Um dies zu erreichen, werde er einiges ändern. So bestehe das Hauptgeschäft von Unisys zwar in IT-Services. Es sei aber durchaus möglich, dass der Hardwareverkauf unter ihm ein Revival erlebe. "Hardwareprodukte und Dienstleistungen passen gut zusammen, dafür gibt es einige Beispiele", so Coleman.

Die Firma Unisys, deren Wurzeln bis zu den Anfängen des Computerzeitalters zurückreichen, war vor allem bei ihrem Wandel vom Hardware- zum IT-Serviceanbieter ins Scheudern geraten. Das texanische Unternehmen fuhr jahrelang hohe Verluste ein, nur ab und zu gelang es ihm, ein Quartal profitabel abzuschließen. Im vergangenen Jahr wies Unisys bei einem Umsatz von 5,65 Milliarden Dollar ein Minus in Höhe von 79,1 Millionen Dollar aus. In der ersten Hälfte dieses Jahres lag der Verlust bei 37,4 Millionen Dollar.