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Ex-Besitzer von Dragon Systems nehmen L&H unter Beschuss

29.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Plan des belgischen Spracherkennungsexperten Lernout & Hauspie (L&H), den vor einem Jahr erworbenen Konkurrenten Dragon Systems an den Autoteilezulieferer Visteon zu verkaufen, ist gefährdet. Die ehemaligen Besitzer von Dragon Systems, James und Janet Baker, haben ein US-Gericht dazu aufgerufen, die Veräußerung zu stoppen. Statt dessen plädieren sie für eine öffentliche Ausschreibung oder Auktion der inzwischen auf L&H Holding USA getauften Einheit. Die Bakers behaupten, L&H habe keinerlei Anstrengungen unternommen, neben Visteon noch andere Käufer von Dragon Systems zu finden. Die beiden Ex-Besitzer selbst würden ihr Unternehmen für 13,1 Millionen Dollar - das ist der Preis, den auch Visteon zahlen soll - zurückkaufen. Das US-Gericht will sich am heutigen Donnerstag mit dieser Angelegenheit beschäftigen.

Das belgische Unternehmen L&H, das durch betrügerische Bilanzmanipulationen in arge finanzielle Schwierigkeiten geraten war und in den USA und seinem Heimatland inzwischen unter Gläubigerschutz steht, hatte Dragon Systems vor einem Jahr für rund 500 Millionen Dollar in Aktien übernommen (Computerwoche online berichtete). Die zum Kauf angebotenen Anteile sind nach Einschätzung der Bakers inzwischen nur noch 20 Millionen Dollar wert.