EWE TEL

EWE TEL: Im Nordwesten die Nummer eins

07.03.2003
Von Gabriele Müller
Um in einem schwierigen Markt erfolgreich zu sein, bedarf es einer guten Strategie und eines langen Atems. Beides hat die EWE TEL GmbH mit Sitz in Oldenburg, die eines der dichtesten Telekommunikationsnetze in Deutschland betreibt.

Der Pionier hieß Rastede und war die erste Gemeinde, deren Ortsnetz 1998 durch die EWE TEL komplett erschlossen wurde. Die Firma, die ein Jahr zuvor mit vier Spezialisten an den Start gegangen war, beschäftigt heute rund 480 Mitarbeiter. Mittlerweile telefonieren 133 000 Kunden mit EWE TEL. Aber nicht nur das: "Wir verstehen uns als Partner für alles rund um Telefonie und Internet", sagt Diplomkaufmann Dirk Thole, einer der drei Geschäftsführer des Unternehmens. Dazu gehört eine Vielzahl von Sprach-, Internet- und Datendienstleistungen, Festnetzdirektanschlüssen, Datenfestverbindungen, Internet- und Mobilfunkangeboten sowie Netzwerklösungen.

Die Tochter des Energiedienstleisters EWE AG bietet mit einem der flächendeckendsten Telekommunikationsnetze der Deutschen Telekom im Nordwesten die Stirn. Dafür sorgen 12 500 Kilometer Kupferkabel und 8000 Kilometer Lichtwellenleiterkabel, die den Direktanschluss für rund 230 Ortsnetze im Weser-Ems-Gebiet und in Brandenburg ermöglichen. In mehr als 60 Städten bietet EWE TEL außerdem mit dem ADSL-Anschluss einen Highspeed-Zugang ins Internet.

Langfristige Strategie

"Möglich geworden ist dieses rasante Wachstum durch die langfristig angelegte Strategie unserer Mutterfirma, der EWE AG", klärt Thole auf. Als großer regionaler Dienstleister für Energie, Strom und Gas hatte das Unternehmen bereits eine umfangreiche technische Infrastruktur aufgebaut, als die Tochter an den Start ging. Transfer von Sprache und Daten war nichts Neues für EWE. Schon seit vielen Jahren läuft die innerbetriebliche Kommunikation über ein eigenes Telekommunikationsnetz. Auch Fernmeldeverbindungen, die das Strom- und Gasnetz überwachen und steuern, gab es bereits. Dazu wurden beim Bau von Ferngasleitungen in den 80er Jahren Leerrohre zur Aufnahme von Glasfaserkabeln verlegt und auf diese Weise die Grundlage für den Aufbau eines hochmodernen Lichtwellenleiternetzes geschaffen.

"Ideale Voraussetzungen also für uns, in den liberalisierten Telekommunikationsmarkt einzusteigen", fasst Thole zusammen. "In der Energieversorgung geht heute nichts mehr ohne eine effiziente Informationstechnologie. Wir profitieren von den technischen Voraussetzungen, die EWE geschaffen hat." Die Zahlen dieser Erfolgsstory sprechen für sich: Rund 99 Millionen Euro erwirtschaftete EWE TEL im Jahr 2001, für das Geschäftsjahr 2002 wird der Umsatz bei geschätzten 140 Millionen Euro liegen.

"Das gibt uns eine gute Ausgangsposition, um den Einwohnern der Region eine echte und attraktive Alternative zum 'rosa Riesen' zu bieten", kündigt Thole selbstbewusst an. Zumal der Name und die Marke EWE mit allen Tochtergesellschaften fest in der Region verankert sind. Dieser Bekanntheitsgrad hilft auch, wenn es darum geht, neue Mitarbeiter zu gewinnen.

Manfred Burke: "Wir bieten die Bodenständigkeit und Sicherheit eines Mittelständlers."
Manfred Burke: "Wir bieten die Bodenständigkeit und Sicherheit eines Mittelständlers."

"Es gab Zeiten, da standen zum Monatsanfang 20 neue Kollegen am Empfang", erinnert sich IT-Experte Manfred Burke, Leiter Projekte und Mehrwertdienste. "Das ist heute vorbei, denn unser Wachstum ist ja langfristig angelegt. Aber qualifizierte Leute haben bei uns noch immer Chancen." Die neuen Mitarbeiter, so Burke und Thole, werden nicht von der EWE abgeworben. Eine indirekte Hilfe gibt es von der Muttergesellschaft aber doch: "Der bekannte und gut eingeführte Name von EWE hat uns sicherlich geholfen, in einer immer noch strukturschwachen Region zu expandieren."

Burke sieht noch weitere Gründe für die Attraktivität seines Unternehmens als Arbeitgeber: "Die Menschen sind hier fest verbunden mit der Region, deshalb kommt auch ein großer Teil unserer Mitarbeiter aus Oldenburg und Umgebung." Geholfen haben zudem die guten Kontakte zu den beiden Hochschulen, der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven und der Carl-von-Ossietzky-Universität. Hier gibt es enge Verbindungen zum Studiengang Informatik wie auch zum Oldenburger Forschungs- und Entwicklungsinstitut (Offis).

Gute Kontakte zur Wissenschaft

Kurze Wege werden in Oldenburg auch beschritten, was die Vermittlung von Praktika, die Betreuung von Diplomarbeiten oder den sonstigen Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft betrifft. Schließlich hat Burke selbst in Oldenburg promoviert und am Offis als Projekt-Manager für Rechnernetze und Telekommunikation gearbeitet. Sein ehemaliger Chef, Professor Hans-Jürgen Appelrath, leitet nicht nur das Forschungsinstitut, sondern auch das regionale Kompetenzzentrum "it.net", das Anbieter von Internet-Dienstleistungen und den Mittelstand in der Region zusammenbringen will.

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