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Notizdienst

Evernote plant Börsengang in einigen Jahren

27.03.2013
Der schnell wachsende Online-Notizdienst Evernote will sich Zeit mit einem Börsengang lassen.
Evernote-CEO Phil Libin will verhindern, dass Altinvestoren beim Börsengang Kasse machen.
Evernote-CEO Phil Libin will verhindern, dass Altinvestoren beim Börsengang Kasse machen.
Foto: Thomas Cloer

Eine Aktienplatzierung sei erst in zwei oder drei Jahren zu erwarten, sagte Evernote-Gründer Phil Libin der Nachrichtenagentur dpa. "Grundsätzlich wollen wir auf jeden Fall an die Börse gehen, damit sich jeder ein Stück von Evernote kaufen kann. Aber definitiv nicht dieses und auch nicht nächstes Jahr", betonte Libin.

Der Gründer will verhindern, dass Altinvestoren beim Börsengang Kasse machen: "Mein Ziel ist, dass alle, die verkaufen wollen, etwa ein Jahr vor der Aktienplatzierung rausgehen." Dann sollten nur noch Geldgeber an Bord sein, die 20 oder 30 Jahre bleiben wollen, sagt Libin. Verkaufen will er Evernote im Gegensatz zu seinen ersten beiden Firmen nicht: "Wir haben von Anfang an beschlossen, wir wollen ein Unternehmen für 100 Jahre aufbauen."

Bei Evernote kann man alle möglichen Notizen mit Text, Bildern, Internet-Links oder Fragmenten von Webseiten online speichern und über verschiedene Geräte abrufen. Der Dienst hat weltweit aktuell rund 50 Millionen Nutzer. Evernote ist grundsätzlich kostenlos, Nutzer mit den kostenpflichtigen Premium-Account bekommen aber unter anderem mehr Speicherplatz und bessere Suchfunktionen.

Diese Woche gab das Unternehmen einen Deal mit der Deutschen Telekom bekannt: Kunden des deutschen Telekommunikations-Riesen bekommen für ein Jahr ein Premium-Abo für Evernote im Wert von 40 Euro geschenkt. Evernote erhoffe sich davon vor allem, in den Massenmarkt in Deutschland vorzustoßen, sagte Libin. Bisher hat der Dienst hierzulande gut 1,3 Millionen Nutzer.

Evernote lehne es grundsätzlich ab, gespeicherte Informationen der Kunden für Geschäft mit Werbung oder Datenanalyse auszuwerten, betonte der Gründer. "Das steht auch in Zukunft nicht zur Diskussion, auch wenn wir damit inzwischen sicher viel Geld verdienen könnten." Es gehe dabei auch darum, das Vertrauen der Nutzer nicht aufs Spiel zu setzen. Neben den Einnahmen von Premium-Kunden sei das zweite Standbein des Geschäftsmodells inzwischen der Aufbau von Wissens-Plattformen für Unternehmen. (dpa/tc)