Absolventen stimmen ab

Europas Traumarbeitgeber 2012

Alexandra Mesmer
Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 14 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie schreibt, redigiert, organisiert, moderiert und kümmert sich um die Online-Rubriken Karriere & Gehalt, Freiberufler, Young Professional und den Karriere-Ratgeber sowie den Karriere- und Freiberufler-Newsletter.
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Europäische Absolventen zieht es zunehmend zu deutschen Industrieunternehmen. Das geht aus Europas größter Absolventenbefragung hervor, dem trendence Graduate Barometer. Wunscharbeitgeber Nummer eins bleibt Google, Aufsteiger des Jahres ist Apple.

Die deutschen Informatikstudenten küren Google schon seit Jahren mit großem Abstand zum attraktivsten Arbeitgeber. Auch unter den europäischen Absolventen technischer wie wirtschaftswissenschaftlicher Fachrichtungen gilt der Suchmaschinenkonzern als der Traumarbeitgeber. Das geht aus dem diesjährigen Trendence Graduate Barometer hervor, für das das Personal-Marketing-Institut mehr als 340.000 Studenten von 950 Hochschulen in 24 Ländern befragt hat.

Google findet keiner langweilig

Der Erstplatzierte Google kann seinen Vorsprung vergrößern, Apple gelingt der Sprung auf Platz zwei. Beide Arbeitgeber punkten beim Nachwuchs mit einem Mix aus attraktiven Eigenschaften. "Natürlich profitieren sie von der Präsenz ihrer Marke. Anders als manch anderes Großunternehmen rufen sie außerdem wenig emotionale Vorbehalte hervor. Kaum ein Befragter hält Google oder Apple für langweilig oder schwach", erklärt Expertin Mariana Rajic vom Trendence Institut.

Neben US-amerikanischen Konzernen - Microsoft hat sich auf Rang drei behauptet - ziehen deutsche Industrieunternehmen den europäischen IT- und Ingenieursnachwuchs an. Mit Volkswagen (Platz 4), BMW (5) Siemens (7), Porsche (11), Bosch (12), Bayer (13), Daimler (14) sind gleich sieben Arbeitgeber aus Deutschland unter den Top 20. Auch Unternehmen wie BASF (von Rang 33 auf 24), oder Continental (von 34 auf 64) haben in der Gunst des europäischen Techniknachwuchses erheblich gewonnen.

Südeuropäer wandern ab

Viele südeuropäische Technikstudenten träumen von einer Karriere im Ausland.
Viele südeuropäische Technikstudenten träumen von einer Karriere im Ausland.
Foto: Ingvar Bjork _shutterstock

Dazu passt auch, dass Deutschland für viele Technikstudenten aus Südeuropa zum Auswanderungsziel wird. In Griechenland planen mehr als 53 Prozent der Technikstudenten, ins Ausland zu gehen. Es folgen Spanier, Italiener und Portugiesen. Beliebtestes Zielland bleibt Großbritannien, Deutschland ist unter den auswanderungswilligen Spaniern Wunschland Nummer eins. Die Studierenden in den Krisenstaaten machen sich große Sorgen: Mehr als 94 Prozent der griechischen Absolventen haben Angst um ihre berufliche Zukunft. Das ist europäischer Negativrekord. Der europäische Durchschnitt liegt bei weniger als 59 Prozent, in Norwegen sind nur 23 Prozent der Studierenden besorgt. "Insgesamt wird die Kluft zwischen Besorgten und Sorglosen immer größer", erklärt Mariana Rajic von Trendence.

Auch in Sachen Einstiegsgehalt klafft die Schere weit auseinander: Bulgarische IT-Studenten erwarten knapp 8000 Euro pro Jahr, während Schweizer IT-Absolventen sich 67.500 Euro im Jahr ausrechnen. Die deutschen Informatikstudenten liegen mit einem erwarteten Jahresgehalt von 45.466 Euro im oberen Drittel, nur angehende Informatiker in Dänemark ( 55.892 Euro) und Norwegen ( 58.366 Euro) sowie die bereits erwähnten Schweizer rechnen mit mehr. Krisenländer wie Spanien, Italien oder Griechenland liegen mit erwarteten Einstiegsgehältern von 24.000, 23.000 oder 16.000 Euro im unteren Mittelfeld.

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