Ergebnisse einer Auftragsstudie

Europäische Unternehmen hinken bei der IT-Infrastruktur hinterher

„Technokratie in der Unternehmens-IT ist Geschichte, People Computing ist die Zukunft.“ – dieser Maxime hat sich Sandro Lindner, Geschäftsführer der Unisys Deutschland GmbH, verschrieben. Seit über 15 Jahren in der IT-Branche tätig (u.a. für McKinsey und IBM), kennt er die Herausforderungen multinationaler Unternehmen sehr gut, wenn es darum geht, an den richtigen Stellschrauben zu drehen, um Prozesse zu verbessern und die Effizienz zu steigern.

Interessen: IT-Service-Management, Mobility, Cloud, CoIT, BYOD, Schatten-IT, Industrie 4.0

 
Europäische Firmen unterstützen ihre Mitarbeiter im internationalen Vergleich mit einer weniger guten IT-Infrastruktur und gefährden dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Dieses Ergebnis des Unisys People Computing Productivity Index überrascht wenig, geht doch so manches Unternehmen in Deutschland mit diesem Thema recht stiefmütterlich um. Gerade im Hinblick auf die wachsende Konkurrenz aus Fernost und den Schwellenländern müssen Firmen in westlichen Industrieländern darauf achten, hier nicht unnötig Wettbewerbsvorteile zu verschenken. Viele machen das aber, wenn sie sich nicht ausreichend um ihre unternehmenseigene IT-Infrastruktur kümmern. Ist diese nicht ideal aufgestellt, können Mitarbeiter nicht optimal arbeiten und die Produktivität des Unternehmens wird eingeschränkt.

Eine perfekt abgestimmte IT-Infrastruktur kann ein Unternehmen dabei unterstützen, seine Ziele einfacher zu erreichen.
Eine perfekt abgestimmte IT-Infrastruktur kann ein Unternehmen dabei unterstützen, seine Ziele einfacher zu erreichen.
Foto: elenabsl - www.shutterstock.com

Die Gründe hierfür sind vielfältig: Mangelndes Wissen, Zeitdruck, fehlender Überblick über die gesamte IT-Infrastruktur und deren Auslastung, Einsatz veralteter Technologien, aber auch finanzielle Hürden und ein geringes Wissen über die Entwicklung der eigenen Firmenprozesse.

Wo ist Nachrüsten erforderlich?

  • Verfügbarkeit von Rechenzentren

29 Prozent der Befragten in EMEA gaben an, dass ihre Rechenzentren eine Verfügbarkeit von 99,9 Prozent oder mehr hätten. Dieser Anteil liegt in Nordamerika bei 32 Prozent und in Lateinamerika bei 41 Prozent.

  • Zugang zu Desktop Management Tools und Geschäftsanwendungen

Nur 20 Prozent der Desktop Management Tools und 30 Prozent der Geschäftsanwendungen sind in EMEA zu 99,9 Prozent der Zeit oder länger für Mitarbeiter verfügbar. Die vergleichbaren Zahlen für Nord- und Lateinamerika betragen bei Desktop Management Tools 33 beziehungsweise 30 Prozent, für Geschäftsanwendungen 35 beziehungsweise 32 Prozent.

  • Nutzung von Social Media für den IT-Support

Auch bei der Nutzung von Social Media-Kanälen für Support-Leistungen hinken europäische Unternehmen hinterher: Hier nutzen nur 48 Prozent der Firmen Social Media-Kanäle im IT-Support im Vergleich zu durchschnittlich 57 Prozent in den anderen Regionen.

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Gerade die Stellung und Akzeptanz der IT-Abteilung könnte aber durch neue Ansätze und Methoden bei IT-Service und -Support aufgewertet werden und einen höheren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten. Anstatt lediglich bei Problemen Hilfestellung zu leisten, wäre eine vorausschauende Planung sehr wichtig. Welche PCs arbeiten am Limit, welche User benötigen welche Software oder welche Anwendung, wo gibt es im Netzwerk zu wenig Bandbreite etc. Das sind Fragen, die die IT-Abteilung im Blick haben sollte. Und dafür gibt es innovative Tools und Ansätze für einen umfangreichen Überblick und eine bessere Planung.

Wenn dann doch einmal der digitale Schuh drückt, dann läge eine simple und effiziente Hilfe schnell parat: Über Social Media Kanäle könnten Mitarbeiter bei Problemen schnell und unkompliziert via Chat mit dem IT-Supportteam in Kontakt treten. Noch nutzen europäische Unternehmen diese Möglichkeit zu wenig und schränken damit die Effizienz ihrer IT ein.

Wie können deutsche Unternehmen ihre Produktivität in einer sich so rasch verändernden Welt dauerhaft stärken und konkurrenzfähig bleiben? Welche Infrastrukturen sind nötig, um eine Rund-um-die-Uhr Verfügbarkeit herzustellen? Das sind Fragen, die sich Unternehmen heutzutage stellen müssen.

Ob man die Sache nun selbst in die Hand nimmt oder sich einen externen Fachmann zur Seite stellt, sicher ist eines: Wettbewerbsvorteile und somit Erfolge aufgrund einer schlechten IT-Infrastruktur zu verschenken kann sich ein Unternehmen auf Dauer nicht leisten - in Zukunft noch weniger als heute. (bw)