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Europa muss Märkte für UWB bis August öffnen

22.02.2007
Nach einer Empfehlung der EU-Kommission von gestern müssen die 27 Mitgliedsstaaten innerhalb der nächsten sechs Monate ihre Märkte für Geräte auf Basis drahtloser Ultra-Breitband-Netzwerke (UWB) öffnen.

Damit folgt die Kommission einer Empfehlung des europäischen Radiospektrum-Komitees vom Dezember, die die UWB-Technik als marktreif einstufte. UWB erlaubt die drahtlose Hochgeschwindigkeits-Übertragung von Daten über kurze Distanzen, ähnlich wie Bluetooth. UWB-Geräte transferieren Daten bei unter drei Metern Entfernung zwischen den einzelnen Devices mit bis zu 480 Mbps, bei zehn Metern immerhin noch mit maximal 110 Mbps.

Für die UWB-Technik muss in Europa ein neuer Frequenzbereich vergeben werden. In den USA ist UWB bereits umgesetzt und nutzt das gesamte Band, das technisch unterstützt wird - von 3,1 bis 10,6 Gigahertz. In Europa stehen dem die 802.11a-WLANs entgegen, die sich im Frequenzbereich zwischen fünf und sechs Gigahertz bewegen. In den USA bereits erhältliche Geräte können deshalb nicht auf dem europäischen Markt vertrieben werden. Obwohl in Europa eine wesentlich restriktivere Vergabe der Frequenzbandbereiche erfolgt, rechnen die Verantwortlichen aber nicht mit Einschränkungen in der Nutzungsmöglichkeit. Lediglich in Großbüros, die mit einer Vielzahl von UWB-Geräten arbeiteten, könnte das verfügbare Spektrum schnell zu klein werden.

Die europäische Kommission möchte mit ihrer frühzeitigen Entscheidung einer Marktöffnung den Herstellern entgegenkommen, damit diese weltweit einsetzbare UWB-Geräte entwickeln können. Erste käufliche Modelle wie Kombinationen aus Digitalkamera und Drucker sowie Videoplayer und Flachbildfernseher für den schnellen drahtlosen Datenaustausch sollen bereits Mitte März auf der CeBIT in Hannover vorgestellt werden. (sh)