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Gartner European ITxpo 98

Europa hinkt beim E-Business hinterher

03.11.1998
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Gartner European ITxpo 98

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Europäische Unternehmen liegen in bezug auf elektronische Business-to-business-Aktivitäten zwölf bis 18 Monate hinter der amerikanischen Konkurrenz zurück. Darauf haben Analysten der Gartner Group im Rahmen ihres europäischen Symposiums ITxpo in Cannes hingewiesen. Diese Schere wird nach Ansicht der Auguren sogar noch weiter auseinanderklaffen, wenn die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) und die Europäische Kommission in Brüssel nicht schleunigst handeln. Insbesondere gelte es, die Liberalisierung und Kosten des Internet(-Zugangs) zu klären sowie die rechtlichen Fragen und Sicherheitsaspekte zu überarbeiten. "Weder die europäische Internet-Infrastruktur noch die Gesetzgebung haben mit der Internet-Nutzung schrittgehalten", kritisierte Research Director Anne-Marie Roussell. "Der ohnehin komplizierte Markt kämpft nun mit Unmengen an Sprachen, Kulturen und Steuergesetzen." +++ Skeptisch zeigte sich Gartner gegenüber den zahlreichen Prognosen zum E-Commerce, die für Unternehmen keinerlei verläßliche Planungsgrundlage darstellten. "Bis mindestens zum Jahr 2002 werden die veröffentlichten E-Commerce-Umsätze weder hinreichend segmentiert noch exakt genug sein, damit Unternehmen daraus einen Nutzen für das eigene Geschäft ziehen können", dämpfte Research Director Alexander Dobnik die Erwartungen. Auch wenn die Zahlen interessant seien und für manchen Bereich Größenordnungen erahnen ließen, ermöglichten sie doch keine generelle E-Commerce-Strategie. +++ Die USA verlieren nach Ansicht von Gartner in absehbarer Zeit ihre zahlenmäßige Übermacht im Web. Bereits im Jahr 2000 soll der Anteil der US-Amerikaner an der weltweiten Internet-Gemeinde auf 40 Prozent sinken – derzeit sind es noch 55 Prozent. Damit liegen bereits in naher Zukunft die größten Wachstumschancen außerhalb der Vereinigten Staaten. In Europa soll sich die Zahl der Internet-Nutzer nach Erhebungen von Gartner in den kommenden vier Jahren versechsfachen. Für das Jahr 2002 rechnen die Analysten mit 70 Millionen Internet-Zugängen in Europa, mehrheitlich in Unternehmen (53,7 Prozent). Im vergangenen Jahr gab es in Europa erst 13,3 Millionen Internet-Anschlüsse, von denen die meisten (53,2 Prozent) privat genutzt wurden.