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Euro 2008 weckt zu hohe Erwartungen

21.02.2008
Von pte pte
Die UEFA Euro 2008™ http://de.uefa.com/competitions/euro/ weckt bei den Menschen zu hohe Erwartungen. Zu diesem Schluss kommen Konsumentenforscher Claus Ebster und Sportmarketingexperte Reinhard Grohs vom Institut für Betriebswirtschaftslehre der Universität Wien http://marketing.univie.ac.at . So schätzen die 1.500 befragten Personen, dass sich der Bierkonsum während der Euro um 63 Prozent steigern wird. "Die Wahrheit liegt jedoch um einiges niedriger. Brauereiverbandsobmann Markus Liebl rechnet mit Absatzzuwächsen im Biergeschäft im Mai und Juni von zehn bis 20 Prozent", so Grohs im pressetext-Interview.

Ähnlich verhält es sich bei der Frage nach der Steigerung der Marketing-Budgets der Euro-Hauptsponsoren. "Die Befragten meinten hier, dass eine Steigerung von durschnittlich 47 Prozent zu erwarten ist. Aus Erfahrungen vergangener Welt- und Europameisterschaften weiß man jedoch, dass der Anstieg der Kommunikationsausgaben im Jahr 2008 bei maximal fünf Prozent liegen wird", erläutert Grohs.

Aber nicht nur die positiven Erwartungen sind zu hoch angesetzt. "So fürchten sich laut der Befragung aufgrund der Euro 91 Prozent vor irgendetwas. Nur neun Prozent haben keine Angst, wenn sie an die Europameisterschaft denken", so Grohs. Als größte Angstfaktoren nannten die Befragten Hooligans, Alkohol, Lärmbelästigung oder Müllprobleme. Immerhin 31 Prozent fürchten Terrorismus im Zusammenhang mit der Euro 2008.

Die Unternehmen sind in der Einschätzung ihrer Erwartungen vorsichtiger. Bei einer Befragung durch das Institut für Handel und Marketing http://www.wu-wien.ac.at/handel der Wirtschaftsuniversität Wien gaben 39 Prozent der Wiener Unternehmer an, dass sie Aktionen im Rahmen der Euro 2008 planen. Wenig konkret sind jedoch die Pläne, denn 49 Prozent davon nannten "diverse Aktionen" als begleitende Maßnahme zur Euro 2008. 68 Prozent der Unternehmen wollen durch diese Aktionen ihre Bekanntheit und den Umsatz erhöhen. Lediglich 37 Prozent gehen von einer nachhaltigen Steigerung aus.

Branchen, die aus der Erfahrung der WM 2006 durch die Euro 2008 besonders profitieren werden, sind laut der Untersuchung die alkoholische Getränkeindustrie, Fast-Food-Restaurants, Sportbekleidungs- und Sportartikelindustrie, Hotels, Unterhaltungselektronik (Handel und Industrie), Imbiss-Stände, Sporthandel und alkoholfreie Getränke (Industrie). (pte)