Security

Eugene und Natalya Kaspersky sortieren ihre Firmen neu

12.04.2012
Die russischen IT-Unternehmer Eugene und Natalya Kaspersky gehen 15 Jahre nach der Gründung ihrer Sicherheitssoftware-Firma nun auch wirtschaftlich getrennte Wege.
Natalya Kaspersky und Ihr Exmann...
Natalya Kaspersky und Ihr Exmann...
Foto: Infowatch/Prolog

Seine ehemalige Frau habe ihre 30-prozentige Beteiligung an Kaspersky Lab abgegeben, sagte Eugene Kaspersky am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Er bestätigte damit die Angaben seiner Exfrau in der "Financial Times Deutschland". Kaspersky Lab gehört zu den führenden Anbietern von Sicherheitssoftware.

Auch er selbst sei nun nicht mehr an der von Natalya Kaspersky geführten Firma Infowatch beteiligt, sagte der Firmengründer während eines Besuchs in Tokio. "Es gibt nun keine Überkreuz-Beteiligungen mehr." Zu Details der Vereinbarung wollte Eugene Kaspersky keine Angaben machen, sagte aber: "Es hat lange gedauert und war etwas kompliziert." Er selbst sei Hauptanteilseigner von Kaspersky Lab, daneben gebe es noch einige kleinere Anteilseigner.

Eugene Kaspersky sagte, er betrachte die 2003 als Kaspersky-Tochter gegründete Infowatch nicht als Konkurrenten. Dafür seien die technologischen Ansätze zu verschieden. Auch Natalya Kaspersky sagte der "Financial Times Deutschland": "Wir sind kein direkter Konkurrent." Infowatch hat sich auf die Datensicherung von Unternehmen gegen Angriffe von außen (Data Leakage Prevention, kurz DLP) spezialisiert. Er gebe hingegen integrierten Gesamtlösungen den Vorzug, sagte Eugene Kaspersky.

...Eugene halten nun keine Überkreuzbeteiligungen mehr.
...Eugene halten nun keine Überkreuzbeteiligungen mehr.
Foto: Kaspersky Lab

Als wichtigste strategische Schwerpunkte in diesem Jahr nannte der Manager die Ausweitung des Enterprise-Geschäfts, also Lösungen für große Unternehmen, sowie die Absicherung von neuen Plattformen. Hier will Kaspersky Lab nach Angaben seines Vorstandsvorsitzenden insbesondere den Sicherheitsrisiken von mobilen Geräten sowie von Mac-Computern entgegenwirken.

Die IT-Sicherheitsbranche ist besonders wettbewerbsintensiv. Größer als Kaspersky Lab sind Symantec und McAfee (inzwischen eine Tochter von Intel). Kaspersky sagte, sein Unternehmen erziele zwar nicht mehr Wachstumsraten von 60 Prozent wie früher, rechne aber in diesem Jahr mit einer zweistelligen Steigerungsrate beim Umsatz, der zuletzt 612 Millionen Dollar erreichte. (dpa/tc)