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EU will Zuschüsse für Samsung und Hynix untersuchen

25.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Europäische Union will gegen die südkoreanischen Chipkonzerne Samsung und Hynix ermitteln, weil diese im Verdacht stehen, widerrechtlich staatliche Subventionen erhalten zu haben. Laut Presseberichten reagiert die EU damit auf einen Antrag des Münchner Halbleiterkonzerns Infineon vom vergangenen Monat. Die ehemalige Siemens-Tochter hatte ihren südkoreanischen Konkurrenten vorgeworfen, Zuschüsse in Milliardenhöhe kassiert und damit ihre Marktanteile gesteigert zu haben. Infineon bemängelte insbesondere, dass staatlich kontrollierte koreanische Banken den finanziell angeschlagenen Chipkonzern Hynix im Dezember vergangenen Jahres mit Krediten künstlich am Leben erhalten hätten. Zwar konnten sich die Münchner selbst vor kurzem einen staatlichen Zuschuss für ihre neue

Chipfabrik in Dresden sichern. Bei Infineon heißt es aber, die Summe von 215 Millionen Euro sei im Vergleich zu den sieben Milliarden Dollar, die in Hynix gepumpt worden seien, "Peanuts". Außerdem hätten die Finanzspritzen nicht dazu gedient, das Unternehmen am Leben zu erhalten.

Sollten sich die Vorwürfe als gerechtfertigt erweisen, könnte die Europäische Union für sechs bis neun Monate Strafzölle auf die Einfuhr südkoreanischer Chips verhängen. (mb)