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EU will sich nicht von US-Urteil gegen Microsoft beeinflussen lassen

05.04.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Europäische Kommission will unabhängig vom Urteil im US-Kartellverfahren gegen Microsoft seine eigenen Untersuchungen über eine mögliche Wettbewerbsverletzung durch das Betriebssystem Windows 2000 wie bisher weiterführen. "Wir werden uns das Urteil sicher sorgfältig anschauen", kündigte gestern ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti an, ohne Details zu den möglichen Auswirkungen zu nennen. Zwischen der US-Kartellbehörde und der EU-Kommission besteht ein Kooperationsabkommen, das eine enge Zusammenarbeit und den Austausch von Informationen vorsieht. Auch die Übernahme der jeweiligen Entscheidung ist möglich. Die Brüsseler Kartellwächter wollen jedoch zunächst direkt mit dem Softwarekonzern über weitere Zugeständnisse verhandeln. Sollten allerdings genügend Verdachtmomente gegen Microsoft vorliegen, werden die

Eurokraten von sich aus ein Verfahren gegen den Softwaregiganten eröffnen.

Seit Februar überprüft die EU-Kommission den Vorwurf verschiedener Konkurrenten, die Redmonder hätten ihr Betriebssystem so mit anderen Anwendungen ausgestattet, dass nur Microsoft-Produkte einwandfrei miteinander funktionieren. Das Unternehmen könnte dadurch eine dominante Stellung im E-Commerce-Bereich einnehmen (CW Infonet berichtete). Darüber hinaus untersuchen die europäischen Kartellhüter, ob die französische Microsoft-Tochter Microleaders den Import billigerer französischsprachiger Software aus Kanada blockiert.