Kommissarin Reding

EU will härtere Strafen gegen Spammer

09.10.2009
Sogenannte Spam-Mails sollen nach dem Willen der EU-Kommission besser bekämpft werden.
EU-Medienkommissarin Viviane Reding
EU-Medienkommissarin Viviane Reding

Studien machten deutlich, dass härtere Strafen für das Versenden unerwünschter Post im Internet nötig seien, sagte EU-Medienkommissarin Viviane Reding am Donnerstag in Brüssel. Mehr als die Hälfte der Europäer erhält unerwünschte Nachrichten im elektronischen Postfach. Die meisten Spams bekommen demnach die Portugiesen (83 Prozent laut einer Umfrage), die wenigsten die Slowaken (31 Prozent). Die Deutschen liegen mit 65 Prozent genau im europäischen Mittel.

"Die EU-Staaten haben bereits einiges gegen die Spammer getan", sagte Reding. Die Zahl der Urteile und Sanktionen seien je nach Land jedoch sehr unterschiedlich. Die höchsten Strafen wurden laut Kommission in den Niederlanden (eine Million Euro) und Italien (570.000 Euro) verhängt. Spammer in Deutschland müssen nach Brüsseler Angaben Geldstrafen von bis zu 250.000 Euro oder eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten fürchten. Viele Spam-Mails kommen allerdings von außerhalb der Europäischen Union.

Spam kommt oft aus Botnetzen

Botnetze sind so etwas wie die Zombie-Armeen des Internet: Kriminelle kapern heimlich tausende von PCs, die ans Netz angeschlossen sind. Sie steuern die Computer fern, wie man es von den Untoten in Horrorfilmen kennt. Die vereinte Rechenleistung dient zum Beispiel dazu, unerwünschte und oft mit Schädlingen verseuchte Werbung zu verschicken - Spam. Zudem können Botnetze mit zahllosen Anfragen Server zum Absturz bringen und somit Websites sabotieren. Experten nennen einen solchen konzertierten Angriff Distributed Denial of Service, kurz DDoS.

Cyberkriminelle machen sich zunutze, dass viele Nutzer ihre Rechner nicht gut schützen - durch Sicherheitslücken schleusen sie Software ein, um das Kommando zu übernehmen. Experten raten daher, aktuelle Antiviren-Software und eine Firewall auf dem System zu nstallieren. Zudem sollten Nutzer Betriebssystem und Anwendungsprogramme regelmäßig mit Updates aktualisieren, um frisch bekannt gewordene Lücken zu schließen.

Botnetze sind zu einer beträchtlichen Gefahr für die Sicherheit im Internet geworden: Ein als "Storm" bekannt gewordener Verbund bestand zwischenzeitlich aus mehr als einer Million infizierter Rechner. Immer wieder ist auch die IT von Regierungen Ziel von Angriffen. (dpa/tc)