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EU verurteilt Nintendo für "Jugendsünden" zu hoher Geldbuße

30.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Europäische Kommission hat den Konsolen- und Spielehersteller Nintendo sowie sieben von dessen Distributoren heute eine Strafe von 167,8 Millionen Euro aufgebrummt. Wettbewerbskommissar Monti war zum dem Schluss gekommen, Nintendo habe bis 1998 durch illegale Absprachen die Preise künstlich hoch gehalten. Für seine "führende Rolle bei dem illegalen Marktverhalten" soll Nintendo allein 149 Millionen Euro zahlen, der Rest entfällt auf die beteiligten Händler.

In England waren im genannten Zeitraum Nintendo-Produkte erheblich günstiger zu haben als im restlichen Europa - hierzulande musste man etwa rund 65 Prozent mehr bezahlen als im Inselkönigreich. Händler wurden darüber hinaus an so genannten Grauimporten gehindert. Nintendo hat die Möglichkeit, gegen die Strafe Berufung einzulegen. In einer Stellungnahme hat das Unternehmen dies angesichts "der überraschenden Höhe der Strafe" - es handelte sich um die vierthöchste jemals aus Brüssel verhängte Geldbuße gegen ein Einzelunternehmen in einem Kartell - bereits angekündigt. (tc)