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EU und USA einigen sich über GPS und Galileo

24.06.2004

Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten wollen am kommenden Samstag ihre Einigung über die Nutzung der satellitengestützten Navigations- und Ortungssysteme GPS (Global Positioning System) und Galileo besiegeln. Am Rande eines Gipfeltreffens in Irland, an dem auch der Präsident der EU-Kommission Romano Prodi und US-President George Bush teilnehmen werden, wollen Loyola de Palacio, EU-Kommissarin für das Transportwesen, und der US-amerikanische Außenminister Colin Powell den Vertrag ratifizieren. Nachdem bereits im Februar dieses Jahres eine grundlegende Einigung erzielt worden war, geht mit der Unterzeichnung der Dokumente offiziell der jahrelange Streit über den Aufbau eines eigenen europäischen satellitengestützten Navigationssystems zu Ende.

Nachdem die Regierung der Vereinigten Staaten keine Garantien für einen unterbrechungsfreien Betrieb und eine gleich bleibende Signalqualität des vom US-Militär kontrollierten GPS-Systems geben wollten, hatten die Europäer im Jahr 2002 beschlossen, mit dem Projekt Galileo ein eigenes satellitengestützes Ortungssystem aufzubauen. Streit entbrannte in erster Linie darüber, welches System welche Frequenzen nutzen dürfe. Ursprünglich sollten sich die Frequenzbereiche beider Systeme überschneiden. Jetzt haben die Europäer zugestimmt ein separates Frequenzband für Galileo zu nutzen. Ein gemeinsames Basissignal soll die Interoperabilität beider Systeme sicherstellen.

Die Europäische Union will bis zum Jahr 2008 etwa 30 Satelliten für Galileo in den Orbit schicken. Knapp drei Milliarden Euro sind für das Projekt veranschlagt. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" bewerben sich derzeit drei Konsortium um den Auftrag: Eutelsat mit Logica CMG und Fiat, Inavsat, an dem neben EADS auch Inmarsat und das französische Unternehmen Thales beteiligt ist, und zuletzt ein Konsortium mit dem italienischen Unternehmen Finmeccanica Spa, Alacatel SA und Vinci SA. (ba)