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EU übt sich bei OpenDocument-Empfehlung in Zurückhaltung

09.05.2006
Trotz Standardisierung durch die ISO und IEC hält sich die Europäische Kommission mit einer expliziten Empfehlung für das quelloffene Dateiformat OpenDocument zurück.

Das liegt offenbar daran, dass Microsoft sich ebenfalls bemüht, seine konkurrierende Entwicklung "Office Open XML" von der ISO standardisieren zu lassen. Im vergangenen Oktober hatte Barbara Held, Leiterin des IDABC (Interoperable Delivery of European eGovernment Services to Public Administrations, Businesses and Citizens) der Kommission, noch erklärt, ihre Stabsstelle werde OpenDocument offiziell empfehlen, sobald es das Siegel der ISO erhalte. Das war allerdings einen Monat vor Microsofts Ankündigung seiner Standardisierungspläne.

Ein Insider erklärte nun gegenüber dem Branchendienst "Cnet UK", das IDABC werde zwar wohl in Bälde seine Policy erneuern, dabei aber wohl nicht OpenDocument ausdrücklich empfehlen, weil es sich um einen weiteren ISO-Standard sorgt. "Höchstwahrscheinlich werden wir den öffentlichen Verwaltung dringend ans Herz legen, offene Dokumentenformate zu verwenden", so die Quelle. "Auf der anderen Seite ist es unwahrscheinlich, dass wir eine spezifische Empfehlung aussprechen, falls wir zu einem späteren Zeitpunkt zwei ISO-Standards haben." Stattdessen werde man wohl von der Industrie zunächst eine Kompatibilität der unterschiedlichen Formate und längerfristig ein einheitliches Format fordern. (tc)