"Handelsblatt"

EU-Staaten erwägen doch Abschaffung von Roaming-Gebühren

20.05.2015
Im Streit um die Roaming-Gebühren könnten die EU-Länder nun doch einer völligen Abschaffung zustimmen.

Nach einem Vorschlag Lettlands würden die Aufschläge für das mobile Telefonieren und das Surfen im EU-Ausland Ende 2018 gestrichen, wie das "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe) berichtete - eigentlich war das aber schon seit März bekannt. Zuletzt hatte es allerdings wieder geheißen, viele Staaten wollten die Gebühren doch nicht völlig abschaffen.

Europaparlament, Gebäude in Straßburg
Europaparlament, Gebäude in Straßburg
Foto: Wladyslaw via Wikimedia Commons

Lettland hat derzeit den Vorsitz der EU-Staaten und versucht daher, einen Kompromiss unter den Staaten zu organisieren. Dass dieser Vorschlag auf dem Tisch liegt, bedeutet, dass er Aussicht auf Erfolg hat, wie ein Diplomat in Brüssel am Dienstag erläuterte. Entschieden ist damit aber noch nichts. Das Europaparlament will die Gebühren völlig abschaffen, unter den EU-Staaten gibt es Widerstand. Am Ende müssen sich beide Seiten einig werden.

Der aktuelle Vorschlag sieht laut "Handelsblatt" vor, dass bis Ende 2018 der Roaming-Aufschlag für 40 Minuten an Telefonaten im europäischen Ausland entfällt. Auch für 40 SMS und Datenübertragungen bis zu 80 Megabyte pro Jahr gäbe es die Extrakosten nicht.

Derzeit dürfen Mobilfunkanbieter von Kunden im europäischen Ausland nicht mehr als 19 Cent pro Minute für abgehende Anrufe, 5 Cent für ankommende Anrufe, 6 Cent pro versendeter SMS und 20 Cent pro Megabyte Daten verlangen. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer. (dpa/tc)