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EU setzt Microsoft Ultimatum am 31. Mai

23.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Streit um die Erfüllung von EU-Sanktionen droht dem weltgrößten Softwarekonzern Microsoft nach einem Ultimatum der europäischen Wettbewerbshüter ein Zwangsgeld.

Die US-Gesellschaft müsse der EU-Kommission bis nächsten Dienstag (31. Mai) mitteilen, wie Microsoft Wettbewerbsauflagen aus dem Jahr 2004 erfüllen werde, sagte ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Montag in Brüssel. Halte Microsoft diese Frist nicht ein, so könne eine Geldbuße von bis zu fünf Millionen US-Dollar pro Tag verhängt oder eine neue Untersuchung gegen den Branchenprimus eingeleitet werden. Ein Microsoft-Sprecher sagte, der Softwarehersteller werde weiterhin mit der Kommission zusammenarbeiten, um den Konflikt zu lösen.

In dem Streit geht es um die Offenlegung von Schnittstelleninformationen und das Angebot eines Windows-Betriebssystems ohne das Multimedia-Abspielprogramm Mediaplayer. Im März 2004 hatte die EU-Kommission nach einem vier Jahre währenden Wettbewerbsverfahren ein Rekordbußgeld von 497 Millionen Euro gegen Microsoft verhängt und die Öffnung von Sparten für mehr Wettbewerb verlangt. Der Softwarekonzern hat aus Sicht der EU-Kommission sein Quasi-Monopol bei Betriebssystemen für Personalcomputer (PC) ausgenutzt und damit EU-Wettbewerbsrecht verletzt. (dpa/tc)