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EU ruft zur Verschlüsselung von E-Mails auf

30.05.2001
Der EU-Ausschuss zur Untersuchung des von den USA initiierten Spionagesystems "Echelon" hat alle Europäer dazu aufgerufen, Verschlüsselungsprogramme bei ihrer elektronischen Kommunikation einzusetzen. Das Gremium bestätigte gleichzeitig die Existenz von Echelon.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der EU-Ausschuss zur Untersuchung des von den USA initiierten Spionagesystems "Echelon" hat alle Europäer dazu aufgerufen, Verschlüsselungsprogramme bei ihrer elektronischen Kommunikation einzusetzen. In einem Untersuchungsbericht bestätigte das Gremium gleichzeitig die Existenz von Echelon, das die USA seit Beginn des Kalten Krieges zusammen mit Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland betreiben. Die US-Behörden haben die Abhöraktivitäten bislang bestritten. In dem Entwurf des Komitees heißt es allerdings, die Nachforschungen hätten gezeigt, dass die Spionageaktivitäten nicht so umfassend seien, wie es die Medien bislang vermuteten. Dem stellvertretendem Parlamentspräsidenten Gerhard Schmid zufolge gebe es zudem keinerlei Beweise dafür, dass die US-Geheimdienste die in E-Mails, Faxen oder Telefonaten abgefangenen Informationen an US-Unternehmen weitergeleitet hätten, um ihnen Wettbewerbsvorteile zu

verschaffen.

Der 108 Seiten lange Bericht, der dem gesamten EU-Parlament am 4. September vorgelegt werden soll, forderte ferner Großbritannien als Mitglied der Europäischen Union auf, seine Echelon-Aktivitäten zu überdenken. Möglicherweise verstoße das Land gegen die europäische Menschenrechtskonvention sowie Verträge mit EU-Partnerländern.