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EU nimmt Fördergelder für Infineon-Werk ins Visier

26.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die EU-Kommission nimmt die Zulässigkeit der staatlichen Förderungen für das sich im Bau befindliche Infineon-Werk in Dresden unter die Lupe. Nach Angaben eines Sprechers von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti werde die Institution bis Jahresende entscheiden, ob sie die Beihilfe von 220 Millionen Euro direkt genehmigt oder ein Prüfverfahren einleitet. Monti habe vor allem Bedenken wegen der Höhe der öffentlichen Fördergelder. Der finanziell angeschlagene Münchner Chip-Hersteller Infineon hatte im Mai dieses Jahres mit dem Bau der rund 1,1 Milliarden Euro teuren Fabrik begonnen. Dazu wollen Land und Bund Zuschüsse und Bürgschaften beisteuern und dabei den Höchstfördersatz von 28 Prozent ausschöpfen. Die geplanten Subventionen seien dem EU-Sprecher zufolge bereits im Mai in Brüssel angemeldet worden. Die Unterlagen lägen aber erst seit vergangenem

Montag vor. In der Produktionsstätte, in der 300-Millimeter-Wafer hergestellt werden, sollen etwa 1100 neue Arbeitsplätze entstehen. Für die EU-Experten stellt sich nun die Frage, ob die Chips auf Basis der 300-Millimeter-Technologie ein innovatives Produkt darstellen. Nur in diesem Fall wäre die Förderung rechtens. Sollte ein Prüfverfahren eingeleitet werden, könnte es bis zu 18 Monaten dauern, bis eine Entscheidung gefallen ist.