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EU-Kommission will Oracles Übernahmeplan genau prüfen

18.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ähnlich wie den US-Regulierungsbehörden fällt es auch der EU-Kommission nicht leicht, Oracles feindlichem Übernahmeangebot für Peoplesoft ihren Segen zu geben. Die Wettbewerbshüter wollen sich daher weitere vier Monate Zeit nehmen, um die Auswirkungen einer möglichen Fusion auf den Markt für Unternehmenssoftware zu untersuchen.

Die vorläufige einmonatige Überprüfung habe gezeigt, dass der geplante Zusammenschluss von zwei der größten Wettbewerber im Markt weitere Untersuchung nötig mache, teilte die Behörde am Montag in Brüssel mit. Stirnrunzeln verursache dabei insbesondere der Umstand, dass SAP nach der Fusion in einigen Märkten als einziger großer Konkurrent von Oracle übrigbleiben würde. Daneben will die EU-Kommission auch mögliche Effekte auf den Markt für relationale Datenbanken untersucht, wo Oracle eine besonders starke Position inne hat.

Bei der fortlaufenden Überprüfung will die EU-Kommission eng mit den Regulierungsbehörden des US-Justizministeriums (DOJ) zusammen arbeiten. Wegen der Tragweite der geplanten Fusion hat das DOJ bereits vor kurzem eine eingehende Untersuchung eingeleitet. Resultate werden hier für Januar oder Februar 2004 erwartet, während die Monti-Behörde bis März Zeit für eine Entscheidung hat. (mb)