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EU-Kommission nimmt Online-Marktplätze unter die Lupe

25.07.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Wettbewerbshüter der Europäische Union wittern anscheinend Handlungsbedarf in Sachen Online-Marktplätze. Amelia Torres, Sprecherin des zuständigen Wettbewerbskommissars Mario Monti, teilte gestern in Brüssel mit, man habe eine "Task Force" eingerichtet, die sich mit dem Thema befassen solle. "Es gibt keine Präzedenzfälle. Bis wir genügend Know-how aufgebaut haben, müssen wir von Fall zu Fall entscheiden", erklärte Torres.

Grundsätzlich stehe man Online-Marktplätzen positiv gegenüber, hieß es weiter. Diese erhöhten die Transparenz bei Transaktionen zwischen Unternehmen und führten letztlich zu einer Senkung der Verbraucherpreise. Allerdings dürfe man das Kartellrecht dabei nicht aus den Augen verlieren. Schlössen sich mehrere große Unternehmen zusammen, dann dürfe deren geballte Macht keinen unfairen Wettbewerbsvorteil nach sich ziehen, so Torres.

Eine erste Entscheidung muss die Kommission am 7. August in Sachen Myaircraft.com fällen, einem geplanten Joint Venture von United Technologies Corp. (UTC) und Honeywell International Inc. Ebenfalls auf der Agenda steht Covisint, der im vergangenen Februar angekündigte B2B-Marktplatz von GM, Ford und Daimler-Chrysler. Hier wartet die Kommission aber noch auf den formalen Antrag.