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EU-Kommission nimmt Druckermarkt ins Visier

16.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die EU-Kommission will nach Verbraucherbeschwerden dem Verdacht auf wettbewerbsschädigendes Verhalten von Druckeranbietern nachgehen. Nach Ansicht der Brüsseler Behörde ist es unzulässig, dass führende Printerfirmen mit technischen Tricks die Benutzung billiger Nachfüllpatronen von Fremdanbietern verhindern. Wie Wettbewerbskommissar Mario Monti erklärte, ist die Angelegenheit vermutlich ein Fall für die Kartellbehörden in der EU und den USA, da es sich um einen sehr wichtigen Markt für die Gesamtwirtschaft und die Verbraucher handelt. Eventuellen Wettbewerbsbehinderungen werde man daher im Detail auf den Grund gehen.

Die Druckerhersteller verwenden unter anderem spezielle Chips, die das Nachfüllen von Original-Kartuschen verhindern, indem sie den Drucker blockieren. Dadurch werden die Anwender gezwungen, teueres Original-Equipment zu kaufen. Außerdem setzen sich Hersteller wie HP und Canon mit Patentrechtsprozessen gegen den Nachbau von Nachfüllpatronen zur Wehr.

Nachdem zwei Original-Cartridges teilweise bereits genauso viel wie ein einfacher Tintenstrahldrucker kosten, ist der Handel mit Printer-Zubehör zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden: Von den 4,9 Milliarden Dollar Umsatz, die HP im zweiten Geschäftsquartal 2002 (Ende: 30. April) im Printing- und Imaging-Bereich erwirtschaftete, stammen laut "Wallstreet Journal" mehr als die Hälfte aus dem Tintenverkauf. (mb)