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EU-Kommission entscheidet über Peoplesoft-Übernahme

25.10.2004

Die Europäische Kommission will bereits morgen darüber entscheiden, ob Oracles feindlicher Übernahmeversuch gegenüber Peoplesoft genehmigt wird. Ursprünglich wollte die Wettbewerbsbehörde ihre Entscheidung erst am 9. November dieses Jahres bekannt geben. Über die Gründe der Vorverlegung ist nichts bekannt. Der Datenbankspezialist versucht sich seit Juni vergangenen Jahres an einer feindlichen Übernahme von Peoplesoft. Aktu-ell bieten die Oracle-Verantwortlichen 21 Dollar je Peoplesoft-Aktie. Damit hätte der Deal ein Gesamtvolumen von rund 7,7 Milliarden Dollar. Bislang wehrt sich die Führung von Peoplesoft noch vehement gegen eine Akquisition.

Mario Monti, oberster Wettbewerbshüter der EU, wollte im Vorfeld nicht verraten, wie sein Spruch ausfallen werde. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Kommission Oracle keine Steine in den Weg legen wird. Zwar hatten die Kartellrechtler noch im Frühjahr dieses Jahres ernsthafte Bedenken bezüglich einer Akquisition Peoplesofts durch Oracle angemeldet. Nach der Niederlage des US-amerikanischen Justizministeriums, das die Übernahme per Gerichtsbeschluß blockieren wollte, rechnen Branchenbeobachter jedoch damit, dass sich die EU-Behörden dieser Ent-scheidung anschließen werden.

Mit einer Genehmigung durch die europäische Wettbewerbsbehörde würde für Oracle eine weitere Hürde auf dem Weg zur Übernahme von Peoplesoft fallen. Allerdings gilt es für den Datenbankspezialisten weitere Hindernis-se beiseite zu räumen. Auch Peoplesoft-Gründer David Duffield, der nach dem Raus-wurf von Ex-CEO Craig Conway die Zügel in die Hand genommen hatte, macht bislang keine Anstalten, auf das Oracle-Angebot einzugehen. Zudem sind die Giftpillen, die das Peoplesoft-Managment gegen eine feindliche Ü-bernahme gedreht hat, trotz eines von Oracle angestrengten Gerichtsverfahrens, das noch läuft, weiter gültig. Ob ein höheres Angebot den Widerstand bricht, bleibt abzuwarten. (ba)