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EU-Kommission äußert Bedenken gegen Oracle-Pläne

15.03.2004

Die EU-Kommission hat Oracle über ihre Bedenken im Zuge einer möglichen feindlichen Übernahme von Peoplesoft informiert. Details wurden bislang nicht bekannt gegeben. Im Vorfeld verlautete jedoch aus Kreisen um EU-Kommissar Mario Monti, die Behörde habe ähnliche Vorbehalte wie das US-amerikanische Justizministerium. Die US-Behörden befürchten negativen Auswirkungen auf den Wettbewerb, wenn sich die Nummer zwei und drei im Geschäft mit Business-Applikationen zusammenschließen. Infolge des nachlassenden Konkurrenzdrucks müssten die Kunden mit steigenden Preisen rechnen. Dieser Argumentation schließen sich die Vertreter der EU-Kommission weitgehend an. Die Wettbewerbsprobleme in den USA und Europa würden sich kaum unterscheiden, heißt es in Kreisen der Kommission.

Oracle wollte das Vorgehen der europäischen Wettbewerbshüter bislang nicht kommentieren. Man werde sich in schriftlicher und mündlicher Form zu den Vorwürfen äußern, kündigte Oracle-Sprecher Jim Finn an. "Wir sind froh, Klarheit darüber zu haben, was die Bedenken der EU-Kommission sind." Ansonsten zeigte sich der Oracle-Vertreter zuversichtlich, die Argumente der Wettbewerbshüter dahingehend entkräften zu können, dass es auch nach einer Übernahme von Peoplesoft genug Wettbewerb im Markt geben werde. Die Entscheidung Montis wird für den 11. Mai dieses Jahres erwartet. Laut einem Bericht des "Wall Steet Journal", der sich auf eine US-amerikanische Anwaltskanzlei beruft, hat die EU-Kommission in den vergangenen 13 Jahren 115 ähnliche Wettbewerbsverfahren im Zuge von Übernahmeplänen eingeleitet. Davon wurden 31 Prozent genehmigt und 16 Prozent abgelehnt. In 53 Prozent der

Fälle wurden die Merger-Pläne nur unter Auflagen abgesegnet. (ba)