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EU-Kartellwächter wollen die Fusion AOL/Time Warner blockieren

19.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Europäische Kommission hat nach einem Bericht des "Wall Street Journal" eine vorläufige Empfehlung zur Blockade der knapp 120 Milliarden Dollar schweren Fusion von AOL und Time Warner angeregt. Anstoß nehmen die Kartellwächter dabei vor allem an dem ebenfalls geplanten Musik-Joint-Venture von Time Warner mit der britischen EMI Group, das Brüssel zudem gesondert untersucht. Durch den Merger würde das größte Musik-Unternehmen weltweit mit einer Marktkapitalisierung von 20 Milliarden Dollar entstehen.

Brüssel will mit dieser Aktion offensichtlich Druck auf die Fusionspartner ausüben und sie zu weiteren Zugeständnissen bewegen. AOL und Time Warner haben angeblich bis Sonntag Zeit, neue Konzessionen bei der EU-Kommission einzureichen. Gestern trafen sich zudem Vertreter von EMI und Time Warner mit dem Chef-Kartellwächter der EU, Mario Monti, um die restlichen Antitrust-Hindernisse bei ihrem Musik-Deal auszuräumen. Die beiden Parteien haben für ihre letzte formelle Eingabe bis morgen Mittag Zeit, hieß es.

Die bisher eingereichten Zugeständnisse von Time Warner und AOL sowie Time Warner und EMI hatte die EU-Kommission als unzureichend zurückgewiesen (Computerwoche.de berichtete).