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EU-Ermittler legen Kommissarin Kroes Kartellklage gegen Intel nahe

17.01.2007
EU-Ermittler legen Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes einem Pressebericht zufolge rechtliche Schritte gegen den Halbleiterkonzern Intel nahe.

Sie werfen dem Unternehmen vor, den Wettbewerb auf dem Computer-Chip-Markt zu behindern, schreibt das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Kreise. Kroes solle entweder gegen den Chiphersteller vorgehen oder die sechs Jahre alte Angelegenheit fallen lassen. Laut Zeitung hat die Kommissarin weitere Informationen verlangt, bevor sie sich entscheiden will.

Im vergangenen Oktober hätten die EU-Ermittler einen Ausschuss aus Rechts- und Wirtschaftsexperten für weitere Untersuchungen zusammengestellt. Laut Zeitung ist Kroes besonders zögerlich, weil sie befürchtet, dass eine Klage gegen Intel in Sachen Komplexität und Widersprüchlichkeiten der fast zehn Jahre dauernden Kartellklage gegen Microsoft gleichkommen könnte.

Ein Intel-Sprecher sagte der Zeitung, er rechne mit einer Fortsetzung der Untersuchung. "Wir werden weiter kooperieren." Der Intel-Konkurrent AMD hatte bei der EU im Oktober 2000 eine Beschwerde eingereicht. Darin warf er Intel vor, seine Position als weltgrößter Chiphersteller zu missbrauchen. (dpa/tc)