EU ergreift die RFID-Initiative

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
In Rahmen des thematischen Netzwerks "RFID in Europe" wird sich das deutsche Informationsforum RFID um die Akzeptanz der Verbraucher kümmern.

Seit zwei Jahren arbeitet die Europäische Union an einer Empfehlung zu Datenschutz und Sicherheit bei der Radio Frequency Identification (RFID). Frühestens Ende März sei mit deren Verabschiedung zu rechnen, sagte Heinz-Paul Bonn, Vizepräsident des ITK-Verbands Bitkom. Nach seinem Geschmack dauert diese Diskussion viel zu lang: "Die EU hat den Markt verunsichert, und diese Unsicherheit wirkt als Bremse."

Wie der Bitkom zweifelt auch das Informationsforum RFID, eine deutsche Initiative von Unternehmen aus Handel, Konsumgüterindustrie, Automobilbranche, IT und Dienstleistungen, daran, dass eine Handlungsempfehlung überhaupt notwendig sei. Gemeinsam fordern die beiden Organisationen die EU-Kommission auf, "den Prozess zügig abzuschließen".

Immerhin ist die EU in Sachen RFID kürzlich aktiv geworden. Unter dem Titel "RFID in Europe" rief sie eine Initiative ins Leben, in der 25 einschlägige Institutionen aus 17 Mitgliedsstaaten zusammenarbeiten sollen. Das Informationsforum RFID hat dabei die Aufgabe übernommen, die "Public Awareness", sprich: Akzeptanz für das Thema, zu fördern.

Ziel der EU-Initiative sei es, hinsichtlich der Entwicklung und Einführung von RFID-Technik "die Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsstaaten zu fördern und die Führungsrolle Europas zu festigen", so Andrea Huber, Geschäftsführerin des Informationsforums RFID. Dessen Agenda:

  • ein Modell für eine einheitliche RFID-Kennzeichnung entwerfen,

  • eine Aufklärungskampagne mit Austausch von Best-Practice-Beispielen starten sowie

  • die relevanten "Stakeholder" – Regierungen, Verbraucher, Datenschützer etc. – in die Kommunikation einbinden.

Die Initiative wurde auf drei Jahre angelegt. Eine erste Mitgliederversammlung ist für Mitte März anberaumt. (qua)