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Industrie warnt vor horrenden Kosten

EU-Entsorgungsrichtlinie könnte teuer werden

30.11.1998
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Industrie warnt vor horrenden Kosten

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Die informationstechnische Industrie zittert vor einer neuen Richtlinie der Europäischen Union zur Entsorgung von Elektrogeräten. Der Fachverband Informationstechnik im VDMA und ZVEI befürchtet gerade bei preiswerten Produkten eine Preissteigerung von zehn bis 15 Prozent. Die geplante EU-Richtlinie sieht vor, daß die Kosten für Rücknahme und Entsorgung ausschließlich den sogenannten "Erstinverkehrbringern" angelastet werden sollen. Allein für die Informationstechnik schätzen die Verbände diese Kosten derzeit auf rund neun Milliarden Mark. Nach Ansicht von Bernd Rohleder, Geschäftsführer des Fachverbandes, führt das angedachte Regelungskorsett zu ökologisch und ökonomisch unsinnigen Resultaten. "Mit einer flexible Rahmenvereinbarung ließe sich eine ebenso hochwertige und umweltverträgliche Entsorgung um bis zu 50 Prozent

kostengünstiger realisieren", schätzt er. Unsinnig sei auch das Ansinnen, über die neuen Gebühren auch die Entsorgung all jener Geräte mitzufinanzieren, die bereits vor Inkrafttreten der Richtlinie auf dem Markt waren. Zudem wolle die Kommission in hohem Maße in die Produktgestaltung eingreifen und etwa das Löten mit Blei komplett verbieten.