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EU-Entscheidung zu Oracle könnte sich weiter verzögern

06.05.2004

Die Entscheidung der Europäischen Kommission über die von Oracle angestrebte feindliche Übernahme des Konkurrenten Peoplesoft wird sich aller Voraussicht nach weiter verzögern. Ursprünglich wollten die Wettbewerbshüter bereits am 11. Mai ein Urteil darüber fällen, ob die Akquisition aus kartellrechtlicher Sicht unbedenklich ist. Allerdings musste die Behörde Mitte April ihre Untersuchungen unterbrechen, da von Seiten Oracles noch Material fehlte. Diese Verzögerung brachte den Zeitplan der Kommission durcheinander. Experten gehen nun davon aus, dass frühestens Anfang Juni eine Entscheidung zu erwarten ist. Allerdings, so schränkten Oracle-Vertreter ein, werde es noch einige Tage dauern, bis die angeforderten Dokumente der Kommission übergeben werden könnten. Daher rechnen Beobachter

sogar erst Mitte Juni mit einem endgültigen Urteil. Bei den Unterlagen handelt es sich um Dokumente zur Einschätzung des Enterprise-Resource-Planing- (ERP-)Marktes. Während die Kartellwächter in der Folge einer Akquisition vor einem eingeschränkten Wettbewerb zu Lasten der Kunden warnen, baut Oracles Argumentation darauf auf, dass es genügend Anbieter im Markt für Geschäftsapplikationen gebe. Auch in den USA ist im Juni mit einer Gerichtsentscheidung in Sachen Oracle/Peoplesoft zu rechnen. Dort hatte das US-amerikanische Justizministerium gemeinsam mit Staatsanwälten aus mehreren Bundesstaaten eine Klage gegen Oracle eingereicht. Das Verfahren beginnt am 7. Juni. (ba)