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Etrade-Chef gibt weiteren Teil seiner Bezüge zurück

27.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach heftigen Protesten der Anleger plant Christos Cotsakos, CEO des Online-Brokers Etrade, einen weiteren Teil seiner Bezüge im Geschäftsjahr 2001 an die Angestellten weiterzugeben. Dabei handelt es sich um zwei Millionen Etrade-Anteile sowie 3,6 Millionen Dollar, die für seine Altersvorsorge bestimmt waren. Bereits zuvor hatte der Chef des Unternehmens aus Menlo Park, Kalifornien, zwei Millionen Aktien und sechs Millionen Dollar zurückgegeben. Cotsakos erklärte, es handle sich hierbei um kein Schuldeingeständnis. Er habe vielmehr eingesehen, dass sich die Zeiten geändert hätten. Trotzdem kritisieren einige Anleger nach wie vor Cotsakos' Gehaltsvergütungen.

Ihren Anfang nahmen die Dispute bereits im Herbst vergangenen Jahres, nachdem bekannt worden war, dass Etrade Cotsakos Schulden in Höhe von 15 Millionen Dollar erlassen hatte. Die Anleger verklagten daraufhin den Aufsichstrat wegen Missmanagement und Verstoß gegen seine treuhänderischen Pflichten.

Im April wurde dann öffentlich, dass der CEO im vergangenen Jahr einschließlich Gehalt, Prämien, Aktiengeschenke und- optionen sowie Schuldenerlass mehr als 77 Millionen Dollar erhalten hatte. Die üppige Entlohnung steht im krassen Widerspruch zur wirtschaftlichen Situation des Unternehmens: Da wie bei praktisch allen Online-Brokern die Transaktionsraten deutlich zurückgingen, verbuchte Etrade 2001 einen Nettoverlust in Höhe von 242 Millionen Dollar. Etrade-CEO Cotsakos pocht dagegen auf sieben Quartale in Folge, in denen ein operativer Gewinn in den fortgeführten Bereichen erzielt wurde. Darin nicht enthalten sind allerdings Einmaleffekte wie Restrukturierungskosten oder Wertberichtigungen. (mb)