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Etoys steht das Wasser bis zum Hals

18.12.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Online-Spielzeughandel Etoys hat die Wallstreet am vergangenen Freitag mit einer Umsatzwarnung schockiert: Statt der anvisierten Einnahmen von 210 bis 240 Millionen Dollar rechnet der US-Anbieter im laufenden dritten Fiskalquartal lediglich mit 120 bis 130 Millionen Dollar Umsatz. Zwar sollen die Erlöse in der Weihnachtssaison um zehn Prozent gegenüber den vergleichbaren Vorjahreszahlen zulegen, allerdings werde der operative Verlust 55 bis 65 Prozent des Umsatzes ausmachen. Ursprünglich hatte die Company mit einem Prozentsatz von 22 bis 28 Prozent gerechnet. Am Ende des Jahres bleiben Etoys Cash-Reserven von 50 bis 60 Millionen Dollar statt der erwarteten 100 bis 120 Millionen Dollar. Ohne weitere Finanzspritzen geht dem Unternehmen damit spätestens im März 2001 das Bargeld aus. Das Ziel, im Geschäftsjahr 2002 schwarze Zahlen zu schreiben, hat der Spielzeughandel nun auf 2003

verschoben.

Etoys, das bis vor kurzem bei den Analysten noch als eine der smartesten Internet-Startups galt, will im kommenden Monat Mitarbeiter entlassen, um Kosten einzusparen. Zudem bestellte die Firma die Investment-Bank Goldman Sachs & Co. als Berater, die Strategien zur Rettung des US-Unternehmens erwägen soll - inklusive einer Veräußerung der kompletten Firma. Für die augenblickliche Misere machte Etoys die schwache Nachfrage sowie das negative Klima für E-Commerce-Unternehmen an der Wallstreet verantwortlich.