Ratgeber Karriere

Es muss nicht immer Google sein

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Im CW-Online-Karriereforum ging es in dieser Woche unter anderem um zwei Fragen: Was tun nach dem Bachelor und wie Mitarbeiter an die Firma binden.
Shahram Rokni ist Inhaber des IT-Dienstleisters Systrade.
Shahram Rokni ist Inhaber des IT-Dienstleisters Systrade.
Foto: Shahram Rokni, Systrade

Vor allem kleinere Untenehmen müssen sich einiges einfallen lassen, um Mitarbeiter zu halten, wie folgende Frage aus unserem Online-Forum zeigt: "Als Unternehmer stelle ich mir häufig die Frage, wie entscheidend es für die Mitarbeiterbindung ist, ob das Unternehmen regional oder international bekannt ist beziehungsweise eine Marke darstellt. Oder welcher Faktor wirklich wichtig und entscheidend für die Bindung von Mitarbeitern ist.

Shahram Rokni, Inhaber eines ebenfalls kleinen IT-Dienstleisters, weiß wovon er spricht: "Ich glaube, der entscheidende Faktor ist, welche Führungskultur in Ihrem Unternehmen herrscht. Um Mitarbeiter zu binden und zu halten, kommt den Führungskräften die entscheidende Rolle zu.

Hier erhält der Mitarbeiter seine Aufgaben und Ziele, Wertschätzung, Feedback und Vertrauen. Unternehmen sind dann erfolgreich in der Bindung von Mitarbeitern, wenn sie ihnen Freiräume ermöglichen, sie entwickeln. Das Beste, was ein Unternehmen machen kann, ist in seine Führungskräfte zu investieren. Sie sollten sich als Mittelständler Konzernen nicht unterlegen fühlen: Studenten und Absolventen schwärmen zunächst von großen Marken wie Apple und Google, deren Produkte sie gut kennen. Wenn es aber konkret darum geht, wie die Funktion und das Arbeitsumfeld im zukünftigen Unternehmen aussieht, haben Mittelständler viel zu bieten: flache Hierarchien, schnelle Entscheidungswege, viel Eigenverantwortung und ein kollegiales Betriebsklima.

Immer wieder werden unsere Ratgeber mit Fragen von Absolventen konfrontiert, wie sie am besten weitermachen sollen. So auch folgende Frage: "Ich stehe kurz vor dem Ende meines Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsinformatik und bin unsicher, wie es weitergehen soll: Ist es sinnvoll in der IT-Branche - angesichts der guten Jobaussichten und des Fachkräftemangel - noch einen Master zu absolvieren?

Shahram Roki hat eine klare Meinung dazu: "Es ist auf jeden Fall sinnvoll, auch den Master-Studiengang abzuschließen. So sichern Sie sich die Möglichkeit, leitende Funktionen in IT-Unternehmen zu übernehmen. Meine Meinung ist, dass der Bachelor-Abschluss dafür mittelfristig nicht mehr ausreichend sein wird - da aufgrund der Vielzahl von Bachelor-Absolventen die Wertigkeit dieses Abschlusses abnehmen wird.

Interessant sind auch die verschiedenen Möglichkeiten, die Sie für den Master-Abschluss wählen können. Haben Sie zum Beispiel schon darüber nachgedacht, den Master berufsbegleitend zu absolvieren? Auf diesem Wege haben Sie bereits einen beruflichen Einstieg geschafft und erhalten den für Ihr Studium hilfreichen Einblick in die Praxis. Viele Unternehmen sind inzwischen an einem solchen Modell interessiert und setzen es um.