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Erstes Wimax-Netz für Privatkunden in Betrieb

09.11.2005
In Berlin-Pankow ist das erste bundesweite kommerzielle Wimax-Netz für Privatkunden gestartet.

Für 70 000 Bewohner des Berliner Stadtteils Pankow ist das Warten vorbei. Sie können jetzt endlich mit der Funktechnik Wimax breitbandig ins Internet gehen. Die Berliner hatten nämlich das Pech, in einem der OPAL-Gebiete der Telekom zu wohnen und konnten deshalb bislang kein DSL bekommen, da hier satt Kupferkabel Glasfasern verlegt sind.

Diese Versorgungslücke schließt nun die Heidelberger Deutsche Breitband Dienste GmbH (DBD), die unter dem Markenzeichen Maxxtelekom künftig bundesweit auch in DSL-versorgten Gebieten mit Wimax eine Alternative zu den kabelgebundenen Angeboten offerieren will. Gemeinsam mit Intel hat das Unternehmen nun in Pankow das bundesweit erste Funknetz für Privatkunden auf Basis des IEEE-Standards 802.16-2004 (auch als Wimax 204 bekannt) in Betrieb genommen. Zum Einsatz kommt dabei eine Wimax-Lösung die auf dem integrierten Intel-Chip Pro/Wireless 5116 (Codename Rosedale) beruht.

Sukzessive will DBD-Chef Fabio Zoffi innerhalb der nächsten 18 Monate ganz Berlin mit Wimax versorgen. "Wobei wir uns beim Ausbau an der Kundennachfrage orientieren", so Zoffi. Zudem will DBD bis Jahresende noch in einer weiteren deutschen Großstadt ein Wimax-Netz in Betrieb nehmen.

Für die Berliner ist der Internet-Zugang per Wimax bereits ab 33,99 Euro pro Monat erhältlich. Zu diesem Preis erhalten sie die Flatrate "Maxxbasic" mit einem Downstream von 1,5 Mit/s und einem Upstream von 320 Kbit/s sowie einem VoIP-Anschluss, so dass ein klassischer Telefonanschluss entfallen kann. Damit sind laut DBD bereits Telefonate ins deutsche Festnetz bereits ab 1,5 Cent pro Minute möglich. Für das schnellste Angebot, "Maxxpremium", werden pro Monat 43,99 Euro berechnet. Für diese Monatsgebühr erhält der Anwender dann Daten mit einer Transferrate von bis zu 3,5 Mbit/s und kann sie in umgekehrter Richtung mit bis zu 768 Kbit/s versenden. Ein Preismodell, das aber Anwender, die in DSL versorgten Gebieten wohnen, nur bedingt vom Hocker reißen dürften. So erhalten etwa Berliner, die nicht gerade in der OPAL-Insel Pankow wohnen, bei Versatel einen 6 Mbit/s schnelle DSL-Flatrate mit ISDN für eine Monatsgebühr von 49,98 Euro. Böse Zungen lästern deshalb bereits darüber, dass Zoffi womöglich in den nächsten 18 Monaten nicht viele weitere Wimax-Funkzellen in Berlin installieren muss, wenn er sein Netz wirklich am Kundenbedarf orientiert ausbauen will.

Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen, der das Wimax-Netz symbolisch in Betrieb nahm, begrüßte das Engagement der DBD, denn "mit dieser Technik ist es nun auch möglich die acht Prozent der Bundesrepublik mit Breitbanddiensten zu versorgen, in denen das bislang technisch nicht möglich war." Die paradoxe Situation - einerseits Städte mit bis zu acht konkurrierenden DSL-Anbietern, anderseits unversorgte Gebiete, habe in der Bundesnetzagentur, so Kurth, immer wieder zu Diskussionen geführt, ob DSL-Dienste nicht den Universaldiensten zuzuordnen seien. Ein Schritt, der zu einer Versorgungspflicht der Telekom geführt hätte. Durch den Wettbewerb neuer Technologien wie Wimax, kann man nun laut Kurth darauf verzichten. (hi)